Nr. 26/2018 vom 28.06.2018

«United we stand!»

Auch ein Jahr nach Ende des G20-Gipfels in Hamburg warten viele AktivistInnen immer noch auf den Beginn ihres Prozesses, andere sind in den letzten Maiwochen ausserhalb Deutschlands verhaftet worden. So auch in der Schweiz. Gegen DemonstrantInnen aus Nicht-EU-Ländern wurden zum Teil strenge Einreisesperren in den Schengen-Raum verhängt, die unabhängig vom Ausgang des Gerichtsverfahrens bestehen bleiben. Auch Ausweisungen gehören zur gängigen Rechtspraxis.

Unter dem Motto «United we stand» diskutieren in Bern und Zürich AktivistInnen aus der Schweiz mit einer Anwältin für Migrationsrecht und einer NoG20-Aktivistin – beide aus Hamburg – über ihre Arbeit mit und für jene, die von der Post-G20-Repression betroffen sind.

Bern Rössli, Reitschule, Neubrückstrasse 8, Mi, 4. Juli 2018, 20 Uhr.

Zürich Infoladen Kasama, Militärstrasse 87 A, Fr, 13. Juli 2018, 20 Uhr.

Geflüchtete

Gegen die Isolierung und Entrechtung von abgewiesenen Geflüchteten im Kanton Zürich kämpft das Bündnis «Wo Unrecht zu Recht wird» schon seit längerem. Neu will es in den Standortgemeinden der Notunterkünfte AnwohnerInnen und Geflüchtete vermehrt ins Gespräch bringen und jeweils vor Ort solidarische Strukturen aufbauen, da die Geflüchteten zum Teil massiv in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind und keine auswärtigen Hilfsangebote aufsuchen dürfen. Die Aktionstour beginnt in Bülach.

Bülach Rathausplatz, Sa, 30. Juni 2018, 10 Uhr. Mehr Informationen zu Bündnis und Programm unter www.wo-unrecht-zu-recht-wird.ch.

Gegen Versicherungsspione

62 000 Unterschriften haben Freiwillige für das Referendum gegen Versicherungsspione zusammengetragen. Die Unterschriften werden zurzeit auf den Gemeinden beglaubigt und am kommenden Donnerstag öffentlichkeitswirksam der Bundeskanzlei übergeben – eine gute Gelegenheit, andere am Thema Interessierte kennenzulernen.

Bern Bundesplatz, Do, 5. Juli 2018, 14.45 Uhr.

Kanada

In sogenannten «residential schools» wurden in Kanada jahrelang indigene Kinder systematisch misshandelt, um «den Indianer in ihnen auszutreiben». Rund 60 000 Kinder starben in diesen Schulen. Mushkegowuk-Cree-Autorin und Internatsüberlebende Vivian Timmins spricht über ihre Erfahrungen und stellt die Probleme der indigenen Bevölkerung in Nordamerika heute dar. Ausserdem wird der zwanzigminütige Dokumentarfilm «The Mush Hole» gezeigt, der die Überlebenden des Mohawk Institute – eines dieser Internate – zu Wort kommen lässt.

Im Anschluss an den Film gibt es eine offene Podiumsdiskussion mit Vivian Timmins, Uschi Waser (Jenische), Willi Wottreng (Radgenossenschaft), Jo Woodman (Survival International UK) und dem FilmemacherInnenteam. Dabei geht es auch um erkennbare Parallelen zwischen der Geschichte der indigenen Bevölkerung in Nordamerika und jener der Jenischen in der Schweiz («Kinder der Landstrasse»). Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

Zürich Kosmos, Lagerstrasse 104, Do, 28. Juni 2018, Türöffnung 18 Uhr, Beginn 19 Uhr.

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