Nr. 46/2018 vom 15.11.2018

Von Karin HoffstenMail an AutorIn und Jürg Fischer

Präzise

Ein Grossbrand, der im letzten Jahr eine Landi-Filiale zerstörte, soll jetzt vor Gericht verhandelt werden. Der «Blick» berichtete: «Die Filiale brennt bis auf die Grundmauern ab. Der Sachschaden: 6 417 577 Franken und 5 Rappen.» Im Pausenraum waren die verkohlten Reste von einem Weggli gefunden worden.
Karin Hoffsten

Verfrühte

Unter dem Stichwort «Kinderwunsch» wusste der «Blick am Abend»: «Justin will möglichst bald Papi werden, seine Hailey jedoch nicht.» Zu den Gründen, weshalb sich Justin Biebers 21-jährige Verlobte noch nicht zu einer Geschlechtsumwandlung entschliessen kann, schweigt die Zeitung.
Karin Hoffsten

Unrunde

Manchmal reicht ein falsches Wort, und schon explodiert das Pulverfass: «Aber deswegen die Pro-Berner in Moutier bewusst drangsalieren? Das komme nicht infrage, wirft ihr Mann in die Ruhe.» Schon war es nämlich um diese geschehen. Dafür zur Verantwortung gezogen werden muss das Korrektorat der NZZ.
Jürg Fischer

Maritime

Über diese Formulierung aus unserem Artikel «Als die Matrosen meuterten – 100 Jahre Novemberrevolution» (WOZ Nr. 45/2018) wunderten sich einige historisch interessierte LeserInnen: «An Weihnachten 1918 befahl Ebert den Angriff auf die Volksmariendivision.» Ja, über die revolutionäre Rolle der katholischen Heerscharen ist noch zu wenig geforscht worden.
Jürg Fischer

Pädagogische

Das Trennprogramm des «Tages-Anzeigers» funktioniert einwandfrei: «Wicki und Amsler hoben hervor, dass ‹jetzt Lösungen heran müssen› (Amsler) und man wieder ‹an unsere Enkel und Enkel-senkel› denken müsse (Wicki).» Konsequent: Wer sich entschliesst, Enkel zu produzieren, muss auch den Mut haben, sie dann und wann in den Senkel zu stellen.
Jürg Fischer

Buchstäbliche

Auf der Homepage der Zürcher Pharmavertriebsfirma PWS International AG kann man nebst den Buttons «Lichttherapie» und «Luftschienen» auch «Physotherapie» und «Philisophie» anklicken. Die Firma ist ins Gerede gekommen, weil sie der deutschen Rechtsaussenpartei AfD eine mutmasslich illegale Spende über rund 150 000 Franken hat zukommen lassen. Ein Missverständnis, vermuten wir. Der Apotheker hatte gemeint, AfD heisse Akademie fremdwörter Deutsch.
Jürg Fischer

Oligarchäologische

Die Weisheit «nomen est omen» sollte man nicht unbesehen hinnehmen. Als wir im «Tages-Anzeiger» über einer Reklame, die «Abnehmen auf natürliche Weise auch in den Wechseljahren» verspricht, im redaktionellen Teil den Titel «WEF lädt Viktor Vekselberg aus» entdeckt haben, haben wir uns aber trotzdem gefreut.
Jürg Fischer

Bedauernswerte

Bei der hessischen Landtagswahl ist es laut wdr.de «bei der Auszählung zu verschiedenen Pannen gekommen. Unter anderem sollen in einigen Bezirken die Ergebnisse geschätzt worden sein.» Die Frankfurter Kreiswahlleiterin Regina Fehler soll sich mit dem Gedanken an eine Namensänderung tragen.
Karin Hoffsten

woznews@woz.ch

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