Nr. 04/2019 vom 24.01.2019

Britney in Damaskus

Die junge Autorin Luna Al-Mousli ist in Damaskus aufgewachsen, nun lebt sie in Wien. 2018 ist ihr zweites Buch erschienen, «Als Oma, Gott und Britney sich im Wohnzimmer trafen». Darin erzählt sie Szenen aus ihrer Kindheit: vom Zusammenleben in einer Grossfamilie mit strenggläubiger Oma, Tanzeinlagen der Töchter zu Britney Spears und Reisen nach Mekka. Al-Mousli ist auch Grafikdesignerin und Illustratorin und hat ihr Büchlein gleich selbst gestaltet und mit Zeichnungen geschmückt. An der Lesung in Zürich kann das Publikum nun in ihren Geschichten versinken.

Lesung und Gespräch mit Luna Al-Mousli in: Zürich Buchhandlung mille et deux feuilles, 30. Januar 2019, 20 Uhr. Reservation unter info@milleetdeuxfeuilles.ch.

Alice Galizia

Sturköpfe im Stüssihof

Wer es heuer nicht zum Klassentreffen des Schweizer Films in Solothurn schafft, findet hoffentlich den Weg ins Kino Stüssihof. Hier, in einer Werkschau mit Filmen von Tobias Wyss, trifft man lauter sympathische Sturköpfe aus einer vergangenen Schweiz: jetzt etwa den Dienstverweigerer Lanz im gleichnamigen TV-Porträt von 1983. Die Woche drauf rittert Franz Hohler als «Dünki-Schott» (1986) gegen die Windmühlen der Atomkraft. Und ab 7. Februar folgt «Der Meienberg» (1999) über, wen sonst, den Meienberg halt.

Retrospektive Tobias Wyss in: Zürich Kino Stüssihof, täglich 12.15 Uhr. Genaues Programm siehe www.stuessihof.ch.

Florian Keller

Fluoreszierende Vulven

Pornografie fernab des Mainstreams kann man sich gleich an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden anschauen. Die «Porny Days» in Zürich organisieren einen «Three-Night-Stand». Da gibt es neben Pornokurzfilmen einen Performanceabend und einen Bastelworkshop. Und auch Bern hat nun ein Pornografiefestival. «Schamlos!» heisst es und soll es auch sein. Ein volles Programm lädt zum Nachdenken über feministische Pornografie, Begehren und Körperlichkeit ein. Die Filme werden unter anderem durch Performances und Ausstellungen ergänzt; an Workshops werden Sextoys hergestellt und Genitalien mit fluoreszierender Farbe bemalt. So leicht zeigt sich auf lustvolle Art, dass Pornografie mehr sein kann als zwei Hochleistungsheteros, die stur hundert Stellungen pro Minute durchprobieren.

«Three-Night-Stand» von Porny Days in: Zürich Kein Museum, 24.–26. Januar 2019. www.pornydays.ch, www.keinmuseum.ch

«Schamlos! Queer-feministisches Pornographie-Festival» in: Bern Reitschule, verschiedene Räume, 30. Januar bis 2. Februar 2019. www.schamlos.be

Alice Galizia

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