Nr. 05/2019 vom 31.01.2019

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Unsächliche

Das neuste hübsche Kind der WOZ kommt in Magazinform daher und war der letztwöchigen Ausgabe zum ersten Mal beigelegt. Wie Sie sich vielleicht vorstellen können, war die Namensfindung ein längerer, selbstverständlich basisdemokratischer Prozess – der letztlich im einzig logischen Namen, «wobei», mündete. Nicht vorgesehen war der Untertitel, der auf der Seite-1-Illustration der WOZ klein, aber unübersehbar gedruckt war: «Das Beilage der WOZ». Schon wieder so ein Genderkrampf oder schlicht die Folge von Übermüdung? Wie auch immer, auf den Inhalt kommt es an! Sie werden, auf «wobei» bezogen, niemals sagen können: Alles andere ist Beilage.
Jürg Fischer

Privatisierende

Der «Tages-Anzeiger» beschäftigte sich verdankenswerterweise mit der Unverständlichkeit von Arztrechnungen. Nur an einer Stelle haben wir aufgemerkt: «Noch schwieriger wird es bei stationären Aufenthalten von Halbprivat- oder Privatversicherten: Hier werden ärztliche Leistungen manchmal nur sehr allgemein umschrieben.» Logisch wäre doch, sie würden nur sehr halbprivat oder privat umschrieben, sonst kann man sich ja gleich mit der allgemeinen Versicherung begnügen.
Jürg Fischer

Wirksame

Völlig rezeptfrei ist die Medikation, die uns schon mehrfach per Mail angeboten wurde: «10 Tabletten, wie man Frauen zum Orgasmus bringt». Bei aller Freude über den angestrebten Lustgewinn würden wir eine staatlich finanzierte Pflichteinnahme von Tropfen, wie Werbefuzzis minutenschnell Grammatik lernen, vorziehen.
Karin Hoffsten

Amtsenthobene

Erst seit die Miss-Schweiz-Organisation uns die sofortige «Aberkennung des Miss-Schweiz- und Ex-Miss-Schweiz-Titels von Jastina Doreen Riederer» mitteilte, wissen wir, dass auch «Ex-Miss» ein Ehrentitel ist. Warum er Jastina verboten wurde, verdeutlichte die Stellungnahme einer Politberaterin auf «Watson»: «Die Art und Weise, wie die Miss-Organisation ihre einstige Schönheitskönig öffentlich demontiert, wirft Fragen auf.» Eine Geschlechtsumwandlung innerhalb der Dienstzeit hat sich zuvor noch keine erlaubt. Vielleicht darf sich Jastina wenigstens Ex-Mister nennen.
Karin Hoffsten

Botanische

«In der Baselbieter Gemeinde Muttenz wehrt sich die Bevölkerung gegen die Pläne, welche die Salzgewinnung für die nächsten 50 Jahre sicherstellen sollen», schrieb der «Bund», «6200 Personen fordern in einer Petition, einen Landstrich, der nur wenige Hundert Meter vom bisherigen Anbaugebiet gelegen ist, aus dem Konzessionsgebiet zu streichen.» Das Anliegen erstaunt, ziehen doch die ausgedehnten Muttenzer Mangrovenwälder seit Jahren zur Erntezeit BesucherInnen aus der ganzen Schweiz an. Das frisch geerntete Salz wird als Sirup, in Hundertgrammtütchen oder als Salzwatte angeboten.
Karin Hoffsten

Missverständliche

«Die Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten sind auch heute noch zu spüren», stand in der «Zeit»: «So trennen mehr als 100 Meter hohe Mauern Nachbarschaften in Belfast.» Präsident Donald Trump hat längst irische Baufachleute in die USA einfliegen lassen.
Karin Hoffsten

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