Nr. 10/2019 vom 07.03.2019

Von David Hunziker

Gehirn trainieren und füllen

Ein bisschen Anleitung zur Selbstoptimierung ist die Reihe zur Hirnforschung am Zürcher Unispital schon: Stressbewältigung, Training von Gedächtnis und Hirnleistung, mentales Training für den Sport. Doch an den fünf Abenden wird man von zahlreichen ForscherInnen neben nützlichen Techniken auch über neue Erkenntnisse aus einem Forschungsgebiet unterrichtet, das noch viele Rätsel aufgibt.

«BrainFair 2019: Das gesunde Gehirn» in: Zürich Universitätsspital, Grosser Hörsaal, Mo–Fr, 11.–15.  März 2019, jeweils 18.30–20.30  Uhr. Ganzes Programm: www.brainfair.uzh.ch.

Dokumentierte Befreiungen

Zum Internationalen Frauentag sind in Zürich zwei aktuelle Schweizer Dokumentarfilme zu sehen, die auf ganz unterschiedliche Weise von weiblicher Befreiung handeln. In Annie Gislers «La Petite Mort» machen sich Frauen mit offenherzigen Erzählungen über ihren Orgasmus und ihre sexuellen Vorlieben an gesellschaftlichen Tabus rund um die weibliche Sexualität zu schaffen. Der Film richtet sich unbedingt auch an Männer. In «Digitalkarma» von Mark Olexa und Francesca Scalisi trägt die Frau vor der Kamera selber eine Kamera: Rupa, eine junge Frau aus Bangladesch, macht sich damit und mit ihrem Fahrrad auf den Weg, um sich aus traditionellen Verhältnissen zu emanzipieren. Doch die Spannung zwischen Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Erwartungen kann sie nicht so einfach hinter sich lassen. 

«La Petite Mort» in: Zürich Kosmos, Fr, 8.  März 2019, 18.30  Uhr. «Digitalkarma» in: Zürich Riffraff, Fr, 8.  März 2019, 18.40  Uhr, und an den Schweizer Jugendfilmtagen im Kino Xenix, Sa, 16.  März 2019, 16  Uhr.

Firmen im Selbstbild

Eine Schau der Fotostiftung Schweiz dokumentiert die Selbstdarstellung von Unternehmen mithilfe der Fotografie von Mitte des 19.  Jahrhunderts bis heute. Dieser eindrückliche Bogen kann vielfältige Zusammenhänge erschliessen und als Wirtschaftsgeschichte, Kulturgeschichte oder Mediengeschichte gelesen werden. Seit ihren Anfängen veränderten sich nicht nur die Funktionen der Firmenschriften, etwa mit der Entstehung von Corporate Identitys, sondern auch die ästhetischen Einflüsse: ab den 1920er Jahren etwa durch die experimentelle Bildsprache des Neuen Sehens oder die Fotomontage, später durch den nüchternen Stil der Neuen Sachlichkeit.

«Firmenschrift: Das Fotobuch im Dienst von Industrie und Gewerbe» in: Winterthur Fotostiftung Schweiz, jeweils Di–So, 11–18  Uhr, Mi, 11–20 Uhr. Die Ausstellung läuft bis 2.  Juni 2019.

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