Nr. 11/2019 vom 14.03.2019

Von Silvia Süess

Alltag im Trailerpark

«Ich wuchs in einem Auto auf, und wenn man im Auto lebt, hat man keine Angst vor Blitz und Donner, das Einzige, wovor man Angst hat, ist der Abschleppwagen», so erzählt die vierzehnjährige Erzählerin Pearl im Roman «Gun Love» der US-amerikanischen Autorin Jennifer Clement. Pearl erzählt aus ihrem Alltag im Trailerpark und davon, wie das Leben mit ihrer Mutter auseinanderfällt, als sich diese in einen Waffenhändler verliebt. Das Zürcher Theater Neumarkt bringt das Buch nun als Einpersonenstück unter der Regie von Tom Schneider – dem Regisseur von «Bilder deiner grossen Liebe» mit Sandra Hüller – auf die Bühne. Die Schauspielerin Lucy Wirth verkörpert Pearl, das Stück wird auf Englisch mit deutschen Untertiteln aufgeführt.

«Gun Love» in: Zürich Theater Neumarkt, Sa, 16. März 2019, 20 Uhr (Premiere), weitere Vorführungen bis Ende April 2019. www.theaterneumarkt.ch

Brainhacking

«Die Gedanken sind frei», sangen wir noch in der Schule. Schön wärs: «Wir arbeiten an einem System, das es euch erlauben wird, direkt aus eurem Gehirn heraus zu tippen, und zwar fünfmal so schnell, wie ihr heute auf euren Telefonen tippen könnt», verspricht Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Die Berner Theatergruppe Club 111 beschäftigt sich in ihrem neuen Stück «Weg» von Ariane von Graffenried, Meret Matter, Grazia Pergoletti, Raphael Urweider und Gabriel Vetter mit dem Brainhacking. Wir befinden uns im Gehirn von Needer 101 und können seinem Leben beiwohnen, in dem er dank neuster Technologien all seine Wünsche erfüllt bekommt, ohne sie überhaupt zu artikulieren.

«Weg» in: Bern Schlachthaus Theater, Fr, 15. März 2019, 20 Uhr (Premiere), weitere Vorführungen bis Sa, 23. März 2019. www.schlachthaus.ch

Lachen, Wut, Scharfsinn

Das Lachen sei etwas ganz Wichtiges in ihrem Leben, aber auch die Wut, sagte die Autorin Isolde Schaad vor fünf Jahren in der WOZ. Damals war ihr Buch «Am Äquator. Die Ausweitung der Gürtellinie in unerforschte Gebiete» erschienen, mit dem sie laut eigenen Aussagen den Bauch rehabilitieren wollte. Nun hat die Autorin einen neuen Erzählband geschrieben. In «Giacometti hinkt. Fünf Wegstrecken, drei Zwischenhalte» erzählt Schaad mit Humor und Scharfsinn von unkonventionellen Lebensentwürfen.

Buchvernissage von «Giacometti hinkt. Fünf Wegstrecken, drei Zwischenhalte» in: Zürich Literaturhaus, Do, 14. März 2019, 19.30 Uhr. www.literaturhaus.ch

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