Nr. 40/2019 vom 03.10.2019

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Runderneuerte

Vor zwei Wochen interpretierten wir hier eine Darstellung des «Tages-Anzeigers» zu den Verursacherfaktoren der Treibhausgasemissionen, die zusammengerechnet 103 Prozent ergaben. Ein statistisch versierter Leser hat uns nun darauf hingewiesen, dass ein solch scheinbarer Unsinn durchaus zustande kommen kann, wenn die einzelnen Faktoren hinter dem Komma ursprünglich mehrheitlich Stellen zwischen 5 und 9 aufwiesen und somit alle aufgerundet wurden. Okay. Dann wissen wir aber auch, dass wir jemanden, der als «nicht ganz hundert» bezeichnet wird, künftig trotzdem für voll nehmen sollten.
Jürg Fischer

Kunsthistorische

«In einer neuen Ausstellung in Hannover wird (…) auf die siebziger Jahre verwiesen, als die Fotografie als künstlerische Form erstmals aufkam», behauptete die «Stil»-Beilage der «NZZ am Sonntag». Was guckst du?!
Jürg Fischer

Laubsägende

«Wer der Lauber wählte, stellte derweil die Institution in den Vordergrund: Man habe die Bundesanwaltschaft nicht unnötig schwächen wollen», kommentierte die NZZ. Um etwaige Unklarheiten auszuschliessen – die Zeitung meinte natürlich: Der, wo den Lauber wählte, stellte …
Jürg Fischer

Schillernde

Und die NZZ schrieb auch über die KandidatInnen der Alternativen Liste: «Spitzenkandidatin ist Manuela Schilling, die sich als Anwältin von Fussballfans, die in die Fänge der Justiz gerieten, einen Namen gemacht hat.» WOZ-LeserInnen wissen auch den richtigen Namen, den sich Manuela Schiller gemacht hat.
Jürg Fischer

Innovative

«Wegen der Rennovationsarbeiten bekam der Schwiegervater einen Hausschlüssel», schrieb eine Leserin der Lokalzeitung «Zürich West», unzufrieden, weil der Schwiegervater den Schlüssel weiterhin in Besitz hält. Der Briefkastenonkel antwortet: «Gratulation zu dieser Rennovationsleistung, die Sie auch dem Engagement Ihres Schwiegervaters verdanken.» Das nennen wir feinfühliges Eingehen auf die Nöte der Ratsuchenden.
Jürg Fischer

Staatsformale

Auf unser Quiz zur SP-Welt, die nicht in Ordnung ist, bekamen wir etliche richtige Antworten. Also: 1. heisst Zaire seit über zwanzig Jahren Demokratische Republik Kongo, und 2. gibt es statt Nord- und Südjemen seit 1990 lediglich (noch) Jemen. Ausserdem wird Burma mehrheitlich Myanmar genannt – diese Feststellung läuft aber für unsere Frage ausser Konkurrenz. Den in Aussicht gestellten «Atlas der Globalisierung» haben Karin Z., Christof S. und Marco B. gewonnen.
Jürg Fischer

Umgekehrte

«Wenn im Herbst die Nächte wieder kürzer und kühler werden, liefert das den perfekten Grund, wieder einmal ins Museum zu gehen», empfiehlt das aktuelle «Magazin. Schweizerisches Nationalmuseum». Der Klimawandel hat also auch einen entscheidenden Einfluss auf die Dauer von Winternächten. Das ist energiepolitisch höchst erfreulich, erlaubt es doch, den nächtlichen Heizölverbrauch massiv zu senken.
Karin Hoffsten

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