Nr. 41/2019 vom 10.10.2019

Von Valerio Meuli

«Moods» wird Tempel

Einen Rapabend der Gegensätze gibt es am Freitag im «Moods». Zuerst spielt der Berner Rapper Baze im Rahmen seiner Albumtour. «Gott» ist ein sphärisches, musikalisch ausgeklügeltes Album, das von Melancholie durchtränkt ist – und immer wieder kleine Hoffnungsfunken aufblitzen lässt. Nach Bazes Konzert geht es mit französischsprachigem Rap weiter: eine Freestyle-Session mit Livebandbegleitung, an der unter anderem der Lausanner Rapper Jar Pacino und die Rapperin KT Gorique teilnehmen.

Baze, «Gott»-Tour, und «Soirée Ouest» in: Zürich Moods, Fr, 11. Oktober 2019, 20 Uhr. www.moods.club

Geteiltes Wissen

Menschen, die in die Schweiz migrieren, bringen etwas sehr Wichtiges mit: ihr Wissen. Doch oftmals wird dieses durch die hiesigen Strukturen unterdrückt. Die «Abendschule Import» im Cabaret Voltaire will dem entgegenwirken, indem sie Veranstaltungen organisiert, an denen Wissen geteilt werden kann. An diesem Abend soll es darum gehen, was mit Menschen geschieht, wenn sie pauschal als «Flüchtlinge» bezeichnet werden. Kanchana Chandran fragt, welche Rolle dabei Begriffe wie Identität, Fremdheit oder Heimat spielen. Chandran kam vor zehn Jahren aus Sri Lanka in die Schweiz. Zurzeit arbeitet sie als Bildungsbeauftragte bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe und als freie Journalistin. Später wird der sudanesische Maler Shahto Ali seine Kunst vorstellen. Das ehemalige Königreich von Kusch mit seinen kulturellen Ausdrucksformen – ein wichtiger Teil der früheren sudanesischen Kultur – dient als Inspirationsquelle für Alis Kunst. In seiner Arbeit versucht er, alte Funde und Artefakte mit zeitgenössischen Materialien zu verbinden. Da sich Ali im Sudan zudem politisch engagiert, wird er auch über die dortige Lage sprechen.

«Abendschule Import» in: Zürich Cabaret Voltaire, Mo, 14. Oktober 2019, ab 18.30 Uhr. Weitere Termine unter: www.abendschule-import.ch.

Bilderbuchrevolution

Kinder als Speerspitze der Revolution, als umwälzende Kraft der Gesellschaft? Zumindest wurden sie in Kinderbüchern und Liedern, die im Zuge der 68er-Bewegung entstanden sind, so dargestellt. Oftmals geht es um klassische linke Themen, die dargestellten Kinder verhalten sich antiautoritär, überschreiten Grenzen und leben Feminismus vor. Im Kind die progressive Zukunft sehen, darum ging es den AutorInnen. Das Kunsthaus Langenthal widmet diesen Werken nun eine eigene Ausstellung. Wer aber glaubt, dort nur Räume voller 68er-Nostalgie zu finden, der täuscht sich. Die KuratorInnen haben den Büchern und Schallplatten aus den sechziger und siebziger Jahren Arbeiten von zeitgenössischen KünstlerInnen gegenübergestellt, die sich auch mit dem Thema Kindheit befassen.

«Dig Drill Dump Fill Push Pull Empty Full. Bilderbücher und Kindermusik der 1970er» in: Langenthal Kunsthaus, bis 10. November 2019. www.kunsthauslangenthal.ch

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