WOZ News :

Nr.  11 –

Hinterlistige

«Bei den zehn Mitarbeitenden besteht die Möglichkeit, dass sie sich bei einer Patientin angesteckt haben, die von einem anderen ghruihkljhkl ins Spitalzentrum Biel verlegt wurde und nicht als Verdachtsfall galt.» WOZ-Leser B. las es im «Bieler Tagblatt», und auch wir wollen nicht länger schweigen: Ausserirdische Ghruihkljhkls verbreiten das Virus in der Schweiz, indem sie unverdächtige PatientInnen von Spital zu Spital verlegen.

Klaffende

Die Pandemiegefahr zwingt auch die Medien zu strengen Vorsichtsmassnahmen. So fand sich auf derbund.ch die Bildlegende: «Die Jörg Jores und Volker Thiel forschen im Hochsicherheitslabor in Mittelhäusern am Coronavirus.» Das zugehörige Foto zeigte jedoch den Innenraum eines Bekleidungsgeschäfts. Diese Tarnung, in Fachkreisen als Text-Bild-Schere bekannt, die in diesem Fall sogar die Berufsbezeichnung der beiden Wissenschaftler verschweigt, zeugt vom grossen Geschick der verantwortlichen Webredaktion.

Rettende

Wie die SRF-«Tagesschau» berichtete, werden Hygiene- und Schutzmasken allmählich zur Mangelware, manche Lieferantenländer verfügten sogar einen Exportstopp. Doch Hilfe naht: «Jetzt springt der Busch in die Bresche und öffnet sein Maskenlager für die Kantone.» Dabei soll es sich um einen gewissen Bruno Busch handeln, Eigentümer eines renommierten Basler Fasnachtsmaskengeschäfts, der seine Bestände ja in diesem Jahr nicht mehr braucht.

Undurchmischte

«Uri erhält reine Männerregierung ohne Frau», meldete nzz.ch, und das «pünktlich zum Internationalen Frauentag», worin wir einen Hauch Schadenfreude wahrzunehmen glauben. Reine Männerregierungen mit Frau gibt es hingegen schon lange, sie firmieren hierzulande gern unter «Verwaltungsrat».

Selektierte

Wir wollen nicht tüpflischiisserisch tun, aber die folgende Vorschrift an einem Veloständer in Bundesbern grenzt aus: «Die Fahrradständer sind nur für Bibliothekbenutzer und Mitarbeitende vom Bundesamt für Kultur.» Ganz abgesehen vom Teutonismus «Fahrrad», dürften sich nicht nur Bibliotheksbenutzerinnen fragen, wo sie ihr Velo hinstellen sollen, sondern auch umweltbewusste Kulturschaffende ohne feste Anstellung.

Offene

In der Gegend um Wangen/Siebnen/Nuolen (Kanton Schwyz) zeigt die FDP auf die Kantonsratswahlen hin ungewohnten Mut zur Transparenz. Die beiden KandidatInnen stehen auf einem Plakat in Unterhosen knöcheltief in einem Gewässer und verheissen strahlend: «Für Euch steigen wir sogar ins kalte Wasser.» Das ist selbstverständlich metaphorisch gemeint. Dahinter steckt das Versprechen: Für euch lassen wir jederzeit die Hosen runter.

Sympathische

Dass das Wetter bei allem Gestürme doch das Herz auf dem rechten Fleck hat, zeigte uns der «Tages-Anzeiger»: «Aus Westen wird es aber rasch freundlicher, es stellt sich ein netter Mix aus Sonne und Quellwolken ein.»

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