Nr. 28/2020 vom 09.07.2020

Von Daniela JanserMail an AutorIn

Jäger oder Gejagte?

Ist eine gute Ausstellungsmacherin eine Jägerin mit Feldstecher und scharfer Flinte? Oder doch eher ein schlauer Hase, der vor den BesucherInnen Haken schlägt? Eine vom Künstler und Stanser Weltbürger Hans Peter Litscher kuratierte Ausstellung im Kunstmuseum Olten verspricht neue Schlaglichter auf die alte Idee vom Kunstwerk als Jagdtrophäe – und vom Hasen als sich rächendem Totemtier: unter anderem mit Werken von Joseph Beuys, Annette Messager, Meret Oppenheim und Shao Fan.  

«Und Hasen, Hasen schneit es fort, Millionen jede Stund’» in: Olten Kunstmuseum, bis 16. August 2020. www.kunstmuseumolten.ch

Kunst im Krieg

Die fast lebenslange Künstlerfreundschaft zwischen dem Belgier Frans Masereel und dem Schriftsteller Stefan Zweig steht im Zentrum eines Vortrags der Literaturwissenschaftlerin Julia Rebecca Glunk. Während des Ersten Weltkriegs wurden die schwarzweissen Holzschnitte Masereels zu Ikonen der pazifistischen Bewegung. Stefan Zweig lernte er im Schweizer Exil in Genf kennen, wo Zweig und der französische Autor Romain Rolland täglich mit Soldaten, Schriftstellern und Intellektuellen aus aller Welt als «Gewissen Europas» korrespondierten. Über ihr «neutrales» Gastland hatten sie nicht nur Positives zu berichten. 1920 erschien dann Zweigs Novelle «Der Zwang», illustriert mit Holzschnitten Masereels.

«‹Zürich und Bern, diese Schlangennester der Intrige› – Stefan Zweig, Frans Masereel und das Schweizer Exil 1917–1919» in: Zürich Sogar Theater, Josefstrasse 106, Vortrag von Julia Rebecca Glunk am Mittwoch, 15. Juli 2020, um 19.30 Uhr.

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