Nr. 28/2020 vom 09.07.2020

Unsaubere Wolkenkratzer

«Wie ein kaputtes Raumschiff», WOZ Nr. 27/2020

Renato Beck bezeichnet die neue Messehalle des Konzerns MCH Group in Basel als kaputtes Raumschiff. Viele Basler werden vielleicht empört sein, dass eine Zürcher Zeitung, die WOZ, sich so abschätzig über die Politik in Basel und dieses Bauwerk äussert. Trotzdem erlaube ich mir, aus Zürich auch noch die Bauerei in Basel zu kritisieren: Unübersehbar in Basel ist heute am Rhein der 178 Meter hohe Wolkenkratzer von Roche. Passt dieses Gebäude in das Stadtbild von Basel, zum Basler Münster? Jetzt will der Pharmariese noch ein Empfangsgebäude und drei weitere Hochhäuser bauen, darunter einen Koloss von 205 Metern Höhe.

Zu erinnern ist: Der ökologische Fussabdruck von Hochhäusern ist schlecht. Sowohl Bürohochhäuser als auch Wohnhochhäuser sind im Bau, Betrieb und Unterhalt wesentlich umweltbelastender als eine Flachbauweise von bis fünf oder sechs Geschossen. «Über 25 Meter Höhe benötigen Bauten wesentlich mehr Bauenergie als darunter. Statik, Fundationen, Erdbebensicherheit, Brandschutz etc. werden sehr aufwendig, Erschliessungssysteme immer umfangreicher, der Anteil an nutzbaren Geschossflächen immer kleiner», wie der Architekt und Ingenieur Norbert Novotny, Dr. sc. techn. ETH, feststellte. Kurz: Der Bau von Hochhäusern widerspricht krass den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft, die auch in Basel angestrebt wird.

Heinrich Frei, per E-Mail

Die alte Angst

«War Tell ein Terrorist?», WOZ Nr. 26/2020 u. a.

Ja, die Angst vor dem Bösen, den Bösen ist schon sehr alt und reicht weiter zurück als in die siebziger Jahre, als mein Vater, ein leidenschaftlicher Bergsteiger, einige Berge in Russland bestieg und deshalb fichiert wurde.

Eine gute Demokratie zeigt sich darin, wie mit Freigeistern und Whistleblowern umgegangen wird. Ich denke da an Carl Robert Lutz, Christoph Meili, Julian Assange, Edward Snowden, Chelsea Manning, Daniel Ellsberg, Aaron Swartz, um nur einige zu nennen.

Sieht etwas düster aus. Oder mit den Worten einer Freundin von mir etwa so:

«Wenn der letzte Freigeist / überwacht, unterdrückt, gefangen / und zum Schweigen gebracht wurde.

Wenn das letzte Gehirn gewaschen … / Dann / so denkt ihr / wird eure Macht vollkommen sein.

Ihr irrt euch gewaltig! / Das wird der Tag sein / an dem ihr erkennt / dass all eure Waffen und Tricks / die ihr gebaut und ausgeheckt / um uns zu vernichten und zu manipulieren / gegen euch selbst gerichtet sind.

Doch da werden wir / schon lange, lange / gegangen sein …

B. Gerber, Grenchen

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch