Nr. 42/2020 vom 15.10.2020

Diverse Experimente

Für Kurzentschlossene, die sich gerne herausfordern lassen: Das Gamut-Kollektiv kreiert nicht nur experimentellen Jazz, sondern organisiert auch seit fünf Jahren das Gamut Festival, bringt Bücher und Tonträger heraus und startet jetzt in der Roten Fabrik die Reihe «Stuenzi». Der Selbstbeschrieb, «Experiments in Sound and Space», bringt das Konzept wohl sehr gut auf den Punkt, das mittels Performances, visueller Installationen, Lesungen und improvisierter Musik den Jazz als Mittel zur Kommunikation und zur Erweckung von kreativen Dynamiken begreift.

«Stuenzi» in: Zürich Rote Fabrik, Do, 15. Oktober 2020, 20.30 Uhr. Reservation erforderlich: konzeptreservation@rotefabrik.ch. www.gamutkollektiv.com

Dominic Schmid

Aufbruch der Frauen

Der Albtraum begann im August 2014: Die Terrormiliz IS marschierte im nordirakischen Gebiet Shengal ein und verübte ein Massaker an den aus ihrer Sicht ungläubigen JesidInnen. Über 400 000 flohen, rund 7000 wurden getötet, jesidische Mädchen und Frauen vergewaltigt und versklavt. Seit Jahren beschäftigt sich die Basler Schauspielerin und Regisseurin Anina Jendreyko mit den Ereignissen in den kurdischen Gebieten. Für das neuste Stück, das die Volksbühne Basel zeigt, sind Jendreyko und ihr Team mehrmals nach Shengal gereist und haben Aufnahmen gemacht. In «Shengal – Die Kraft der Frauen» werden diese mit Theaterszenen sowie mit Livemusik von jesidisch-kurdischen MusikerInnen verflochten. Im Zentrum stehen die jesidischen Frauen – sie sind der Antrieb des gesellschaftspolitischen Aufbruchs nach dem Massaker.

«Shengal – die Kraft der Frauen» in: Basel Druckereihalle, Do, 15. Oktober 2020, Sa/So, 17./18. Oktober 2020, Di–Sa, 20.–24. Oktober 2020, jeweils 19.30 Uhr. www.volksbuehne-basel.ch

Silvia Süess

Eintanzen im Kurtheater

Verwandeltes Haus, neue Saison. Das Kurtheater Baden eröffnet fulminant mit einer Inszenierung von «Lulu» nach Frank Wedekind, ein Gastspiel des Residenztheaters München. Wer nach dem coronabedingten Theaterentzug noch kein Sitzleder hat, kann sich für eine der Führungen durchs sanierte Theatergebäude anmelden, die am Samstag angeboten werden. Im spektakulär schönen Umbau der Originalarchitektur von Lisbeth Sachs lässt sich darüber sinnieren, wie es dazu kam, dass Baden das älteste Theaterstädtchen der Schweiz ist: Bereits 1675 wurde hier ein Theatersaal eröffnet. Und ab dem 22. Oktober 2020 können sich alle, die diesen Sommer gern nach Spanien verreist wären, mit einem Flamencoabend über die verpassten Strandferien hinwegtrösten.

Verschiedene Veranstaltungen in: Baden Kurtheater, Spielplan unter www.kurtheater.ch.

Daniela Janser

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch