Nr. 49/2020 vom 03.12.2020

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Alliterierte

«‹Stolpersteine›: Nun gibt es auch in der Stadt Zürich solche Mahnmale, die an während der Nati-Zeit Verfolgte erinnern», hiess es am Samstag auf tages-anzeiger.ch, aber nur kurzzeitig, bis man dort die Unbedarftheit korrigierte. Die Tatsache, dass die Schweizer Fussballnationalmannschaft seit Jahrzehnten einen solch irritierenden Kosenamen trägt, gibt uns aber schon auch zu denken.
Jürg Fischer

Après-Skifahrende

«Üblicherweise zanken sich Österreich, Italien, Frankreich, Deutschland und die Schweiz darum, wer mit den Skisam schnellsten einen Berg runterfahren kann», behauptete die NZZ. Der Skisamsport scheint uns noch wenig verbreitet, hat aber viel Potenzial. Einsam die Alpen herunterbrettern ist wohl mit Abstand das Sportlichste, was man derzeit tun kann.
Jürg Fischer

Wellenreitende

«Chabloz führt ein Leben im Handgepäck», wusste der «Tagi» über den Kitesurfer Maxime Chabloz zu berichten. Umso bemerkenswerter, dass der junge Mann es bis zum Champion gebracht hat, ist es doch besonders schwierig, sich auf so engem Raum zu entfalten.
Jürg Fischer

Glanzvolle

«Ob sich die Kirchen zu stark in den Abstimmungskampf eingebracht haben, müsse das Bundesgericht erscheinen», hiess es in der SRF-App. Eine Erscheinung scheint uns in diesem Fall angemessen, daran glauben sie, die Kleriker.
Jürg Fischer

Schweigsame

Der Anwalt von Bundesrat Berset habe schon in vielen schwierigen Fällen MandantInnen beigestanden, berichtete das «St. Galler Tagblatt»: «Er sei sich der seelischen und zeitlichen Belastung für die Beteiligten bewusst und arbeite gerne meditativ.» In tiefer Versenkung finden diese auch im Gerichtssaal zu einer Ruhe, die manche RichterInnen nicht zu schätzen wissen. 
Karin Hoffsten

Fremdsprachliche

«Die Hü-und-Hott-Politik muss gestoppt werden», wurde SP-Kopräsidentin Mattea Meyer im «Tages-Anzeiger» zitiert, was einem Leser verkürzt erschien, sagen doch der Schweizer und die Schweizerin «Hüst und Hott». Wir wissen nicht, ob und – falls ja – wo Mattea Meyer Reiten gelernt hat. Aber im nördlichen Nachbarland heisst es «Hü», und regional bekommt manches Ross gar «Hott und Har!» zu hören. Was uns schon gar nicht einleuchten will. 
Karin Hoffsten

Sturzgefährdete

Die gleiche Zeitung berichtete, dass Xherdan Shaqiri einen Muskelriss erlitt: «(…) er fällt für unbestimmte Zeit.» Wenn er jetzt dauernd hinfällt, sollte man den Mann wenigstens vom Training befreien.
Karin Hoffsten

Vertauschte

In der letzten WOZ nannten wir den Cartoonisten Ralph Ruthe bedauerlicherweise Rolf Ruthe. Ein kleiner Irrtum für alle, die ihn nicht kennen, ein grosser für ihn selbst. Wir bitten um Entschuldigung und können nur sagen: Wer Ruedi Widmer liebt, wird auch Ralph Ruthe schätzen lernen.
Karin Hoffsten

woznews@woz.ch

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch