Nr. 11/2021 vom 18.03.2021

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an Autor:in

Übergewichtige

«Der mit Abstand grösste Lithiumproduzent der Welt ist Australien mit jährlich 42 000 Megatonnen», behauptete die vorletzte WOZ. Das war megaübertrieben, wie uns Leser G. vorgerechnet hat: Um das ganze Lithium nach China zu verschiffen, wo es hauptsächlich weiterverarbeitet wird, bräuchte es pro Stunde zwölf Frachtschiffe der allergrössten Kategorie. Schon aus Mitleid mit all den HafenarbeiterInnen, die diese Ladung löschen müssten, nehmen wir den Faktor mega zurück: Es sind 42 000 Tonnen.
Jürg Fischer

Ausgeweitete

Im Newsletter zur letzten WOZ haben wir auch den St. Galler SP-Ständerat, «Schwergewicht» Paul Rechsteiner, leicht überfrachtet: «Paul Rechtsteiner». Das ist uns natürlich nicht recht, obwohl der Betroffene in seiner langen Karriere schon mit gröberen Angriffen zu kämpfen hatte. Auch das «t» wird mit dem Ausdruck des Bedauerns demontiert und versorgt. 
Jürg Fischer

Gestresste

«Einen besonders direkten Einfluss auf den Schulerfolg eines Kindes hat die Freizeibeschäftigung. Und die hängt von den Ressourcen der Erziehungsberchtigten ab», wusste das «Magazin». Wir hegen Befürchtungen für die Kinder der Person, die das hätte korrigieren sollen. Denn diese scheint ressourcenmässig am Limit zu laufen. 
Jürg Fischer

Unentwegte

Zu den häufigsten Unfallursachen auf St. Gallens Strassen gehöre «in unfahrfähigem Zustand fahren». Wir freuen uns, dass das «St. Galler Tagblatt» für unsere Rubrik weiterhin nicht unzitierfähig ist.
Jürg Fischer

Überalterte

In der Sendung «Rendez-vous am Mittag» behauptete Radio SRF von einem Bauern aus Fukushima: «Seine Familie lebte seit Jahrhunderten nahe bei dem Atomkraftwerk.» Wir vermuten, sie ist sogar vorher schon dort gewesen. Denn so erprobt, dass sie schon so alt sein könnte, ist die AKW-Technik nicht.
Jürg Fischer

Standardtanzende

«Astor Piazzolla hat den Tango revolutioniert. Er wollte das man ihn dafür liebt», schrieb SRF online. Rhythmus und Melodie sind beim Tango fast alles. Das sollte aber nicht dazu verleiten, den Text nicht auch ernst zu nehmen. 
Jürg Fischer

Komplizierte

Der Zürcher FDP-Regierungsrätin Carmen Walker Späh, alias «die mit der Frisur», legte die NZZ in den Mund: «Mir als Liberale blutet das Herz», was zeigt: Die Kombination von Deklinieren und Gendern fordert heraus. Auch die inzwischen korrigierte Version «Mir als Liberaler blutet das Herz» gab manchen zu denken. Am besten hätte sie einfach gesagt: «Ich als Liberale muss weinen.»
Karin Hoffsten

Gerüchteweise

Indessen bemühte sich FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger, dem «Tages-Anzeiger» zu erklären, wieso er wieder zur Wahl antritt. Seine Partei versuche, «eine Frau als dritte Kandidatin für die beiden FDP-Sitze zu kolportieren», was aber schwierig sei, wenn man zwei Sitze verteidigen wolle. Mit dem Portieren von Frauen soll die FDP Zürich ja schon öfter Probleme gehabt haben.
Karin Hoffsten

woznews@woz.ch

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch