Nr. 13/2021 vom 01.04.2021

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an Autor:in

Risikoreiche

Zu den innovativsten Newsproduzenten zählte vergangene Woche einmal mehr «Tages-Anzeiger Online». So berichtete das Medium aus Zürich Schwamendingen: «Im Kreis 12 stürzt man vom Balkon und stirbt.» Gefährliches Ghetto! Tröstlicherweise ist aber post mortem aktives Tun nicht ausgeschlossen: «Möglicher Täter von totem Zürcher in Höhle verhaftet», heisst es in einer anderen Meldung. «Legales Kiffen in New York bald erlaubt», erfahren wir schliesslich. Für das Illegale sollte man sich weiterhin nicht aus der Höhle wagen.  
Jürg Fischer

Ungefähre

Nach Lektüre des Obigen dürfte es nicht schwerfallen, herauszufinden, wo das geschrieben stand: «Sie wollen um kurz vor Beginn der Hauptverhandlung gegen den mutmasslichen Mörder von Floyd ein Zeichen zu setzen.» Um kurz vor der Publikation ist es nicht gelungen, das durchlesen.
Jürg Fischer

Generationenverträgliche

«Pelosis jüngste Tochter stand kurz vor der Niederkunft von Pelosis sechstem Enkel (…)», notierte die NZZ bezüglich der prominenten Vertreterin der US-Demokraten. Und wir wussten, warum wir dieser Partei allemal den Vorzug vor den Republikanern geben – da wird Familienpolitik noch von allen Generationen solidarisch getragen und eine Niederkunft auch mal von einem Enkel geschultert. 
Jürg Fischer

Solvente

«Der Mietvertrag gilt für eine Betreibung während fünf Jahren und kann danach um weitere fünf Jahre verlängert werden. Danach gibt es die nächste Ausschreibung», meldete die «bz Basel». An dem Mietobjekt dürfte etwas faul sein; wer es mietet, wird noch jahrelang einen Eintrag in seinem Betreibungsregisterauszug haben.
Jürg Fischer

Interne

«Beim ersten offiziellen Treffen zwischen den USA und Amerika in Anchorage kam es zu einem harten öffentlichen Schlagabtausch», schrieb die «NZZ am Sonntag». Wenn sich jetzt auch auf dem Doppelkontinent (bürger-)kriegsähnliches Geschehen anbahnt, scheint uns die Wahl von Alaska als Gesprächsort ungeschickt. Innerhalb der USA hätten wir Kansas empfohlen, bei Zwistigkeiten zwischen Nord- und Südamerika einen unabhängigen Ort in der Mitte. Zum Beispiel Kuba.  
Karin Hoffsten

Zähe

Dank «Infosperber» erfuhren wir von Ungeheuerlichkeiten bei der Uno: «Agnès S. Callamard, seit 2016 Sonderberichterstatterin für aussergerichtliche, standrechtliche und willkürliche Hinrichtungen beim Menschenrechtsbüro der UNO in Genf, übernimmt heute Montag ihren neuen Posten (…)». Immerhin hat die Frau fünf Jahre durchgehalten. 
Karin Hoffsten

Unbarmherzige

Wie «Watson» wusste, ist nach einem schweren Fall von häuslicher Gewalt «eine 44-jährige Frau an ihren Verletzungen im Spital verstorben. Der 46-jährige Ehemann sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Es sei seine Obduktion angeordnet worden (…).» Auch wenn wir bei Femizid strengste Bestrafungen befürworten, scheint uns das etwas vorschnell.
Karin Hoffsten

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