Nr. 14/2021 vom 08.04.2021

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Hundertprozentige

Die Onlineseite des jüdischen Wochenmagazins «Tachles» meldete: «Die Ausbreitung des Virus wurde nach Israels erfolgreicher Impfkampagne drastisch gebremst. Israel hat 50,7 Prozent des Landes vollständig geimpft, und weitere 56,1 Prozent haben bereits die Erste Dosis erhalten.» Leser J. bat uns um Aufklärung, was die rätselhafte Arithmetik angeht. Diese können wir leider nicht bieten, wir können höchstens auf die Gefahr politischer Unkorrektheit hin vermuten, dass es sich bei den überzähligen Geimpften um illegale SiedlerInnen handelt. 
Jürg Fischer

Abwechslungsreiche

«Oscarreisträger Russell Crowe wird im nächsten ‹Thor›-Film eine geheime Rolle übernehmen», informierten die Tamedia-Bezahlmedien. Aber was soll ein oscargekrönter Reisträger in so einem Film denn schon spielen? Wahrscheinlich muss er dem nordischen Donnergott statt dem ewigen Gersteneintopf mal einen schmackhaften Risotto zubereiten. 
Karin Hoffsten

Vielschichtige

Eine Frage, die uns seit einiger Zeit auf diversen Werbeseiten begegnet, wollen wir Ihnen nicht vorenthalten: «Wussten Sie, dass die beste Gitarristin aller Zeiten eine Frau ist?» Nur Naive antworten da: Klar, muss ja! Sprachgenderaffine freuen sich am impliziten generischen Femininum, und Woke wissen, dass sich dahinter noch ganz viel mehr verbergen kann. 
Karin Hoffsten

Bildhafte

Blick.ch berichtete über einen Apotheker, der für den kostenlosen Schnelltest 79 Franken verlangte: «Doch Schmid ist nicht der einzige Apotheker, der seine Kunden übers Ohr zieht», es gebe auch andere. Aber nur der Genannte ist zudem Präsident des Zürcher Apothekerverbands und Mitte-Kantonsrat – damit haut er seine KundInnen besonders heftig über den Tisch. 
Karin Hoffsten

Himmlische

Schon einige Zeit vor Ostern meldete die «Süddeutsche Zeitung»: «2007 entwickelte Gott zusammen mit David Goldberg von der Drexel-Universität eine Skala, um die Verzerrungen von Karten nach sechs Kriterien zu bewerten.» Wir nehmen an, dass ER nach einigen Jahrtausenden die Nase voll davon hatte, SEINE Schöpfung in Atlanten und auf Globen immer so verzerrt dargestellt zu sehen. Beherzt, wie ER nun mal ist, ging ER dem irdischen Kollegen freundlich zur Hand. Für den Schweizer Weltatlas kommen die Korrekturen aber zu spät.  
Karin Hoffsten

Unlautere

Auch Sie erhalten sicher häufig Zuschriften von unbekannten GönnerInnen, die Ihnen grössere Summen anvertrauen wollen. Uns erreichte kürzlich folgendes Schreiben: «Ich heisse Frau Lena Zeck Adalwolf. Ich bin 59 Jahre alt, legal verheiratet mit dem verstorbenen Herrn Peter Adalwolf.» Frau Zeck Adalwolf bot uns «zwei Millionen fünfhunderttausend Euro»; der Verstorbene «wurde von einem Waisenhaus in Berlin erzogen, weil er keine Familie in Deutschland hat». Genau da wurden wir misstrauisch. Das Geschlecht derer von Zeck zu Adalwolf sieht zwar auf eine lange Ahnenreihe zurück, kam jedoch im Mittelalter nur durch extensives Raubrittertum zu seinem Vermögen und ist heute völlig verarmt, jedenfalls der mitteleuropäische Zweig. Woher besagte Lena Zeck Adalwolf kommt, war dem Mail nicht zu entnehmen. Wir können nur warnen!  
Karin Hoffsten

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