Nr. 22/2021 vom 03.06.2021

Präzisierungen

«Rosellina Burri-Bischof: Eine Pionierin für die Fotografie», WOZ Nr. 20/2021

Ich habe mich sehr über diese Würdigung von Rosellina Burri-Bischof gefreut, die im Zusammenhang mit dem Jubiläum der Fotostiftung Schweiz erschienen ist. Doch als einziges noch lebendes Gründungsmitglied dieser Institution möchte ich einige Verzerrungen korrigieren und Präzisierungen anbringen – ohne die Verdienste von Burri-Bischof zu schmälern.

Der Weg zur Stiftungsgründung war komplexer als im Artikel dargestellt. Wenn Burri-Bischof «Gründungsmutter» genannt wird, so müsste man auch Walter Binder als «Gründungsvater» erwähnen. Er brachte schon 1965 die ersten Konzepte für eine «Stiftung für die Photographie» zu Papier, über die wir im Gründungsteam intensiv diskutierten. Und er war keine «graue Beamtenfigur»! Dies kann ich als Exstudent der Fotoklasse der Kunstgewerbeschule (Binder war mein Hauptlehrer) beurteilen. Er hatte wohl auch Ecken und Kanten, doch er setzte sich mit Herzblut leidenschaftlich für die Fotografie und das Zustandekommen und Wohlergehen der Stiftung ein.

Die Gründerjahre waren geprägt vom persönlichen Engagement der Mitglieder des Stiftungsrats. Vieles konnte nur in Teamarbeit gelingen. So hat Rosellina Burri-Bischof die 36 Ausstellungen, die ab 1976 in der Fotogalerie des Kunsthauses Zürich stattfanden, wohl «verantwortet», doch deren Realisation war weitgehend in den Händen von Walter Binder und Guido Magnaguagno. Auch die erfolgreiche Ausstellung von 1974 über «Photographie in der Schweiz von 1840 bis heute», die erste umfassende Fotoausstellung im Kunsthaus Zürich, war ein Teamwork, bei dem Binder eine zentrale Rolle spielte.

Zum 50-Jahr-Jubiläum der Fotostiftung erscheint demnächst die Publikation «Bild für Bild» von Peter Pfrunder. Er hat auch die Gründungszeit aufgearbeitet, sodass die erwähnten «Legenden» um die Anfänge nicht einfach durch neue ersetzt werden müssen.

Jürg Gasser, Zollikon

Probleme mit Bitcoin

«Lexikon der Probleme», «wobei» Nr. 3/2021, «Bitcoin: Dieses Geld kommt schon dreckig zur Welt», WOZ Nr. 16/2021

Ich bin von diesem Lexikon begeistert. Nach Lektüre des Artikels zum Thema Bitcoin erfasste auch mich ein Problem: Da wird von Schürfen geschrieben, wobei (Zufall?) Schürfen doch ein rein physikalischer Akt ist, der von Hand oder maschinell vonstattengeht. Ich frage mich nun, wie mein PC in der Lage ist, zu schürfen. Bis jetzt habe ich ausser dem obligaten Staub keinen Dreck als Rückstand der «Schürferei» gefunden.

Was mir jedoch mehr Sorge bereitet, ist der wohl riesige Stromverbrauch dieses «exklusiven» Freizeitvergnügens. Da gibt es offenbar Fantasten, die meinen, unser gegenwärtiges Wirtschaftssystem (Austausch von Ware gegen Ware oder Ware gegen Währung) sei durch ein künstliches Konstrukt zu ersetzen.

Da findet, ausser dem riesigen Stromverbrauch, alles in den Wolken statt. Den Preis für diese «Hobbys» zahlt einmal mehr die sogenannte Allgemeinheit. Vielleicht kann die Redaktion die nötige Aufklärung vorantreiben. Es schreit ja zum Himmel, dass sich sogar Kantonsregierungen auf diese Wolke setzen. Mich würde es interessieren, in welcher Form bei diesen Steuergelder eingegangen sind und auf welche Art die Verbuchung geschah.

Kurt Koch, per E-Mail

Der Planet hat Fieber

«Klimapolitik: Fehlt uns eine gemeinsame Welt?», WOZ Nr. 20/2021

Schon eine um ein Grad erhöhte Körpertemperatur signalisiert im Menschen, dass etwas nicht stimmt; steigt das Fieber weiter, kann es schnell gefährlich werden. Entsprechend verhält es sich mit der Temperatur des planetaren Klimas: Mit fortschreitender Erhitzung würden wir auf katastrophale Zustände (Unwetter, Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen, enorme Migrationsbewegungen) zusteuern.

Der CO2-Ausstoss pro Kopf in der Schweiz ist unter Einbezug der importierten Konsumgüter im weltweiten Vergleich sehr hoch. Die reiche Schweiz hat höchste Verpflichtung, zur Milderung der Klimakrise beizutragen. Mit dem CO2-Gesetz schafft sie die minimalen Grundlagen, um ihren Beitrag an einen möglichst glimpflichen Verlauf zu leisten.

Mit einer CO2- und einer Flugticket-Abgabe wird klimaschädigendes Verhalten teurer. Gleichzeitig werden zwei Drittel dieser Lenkungsabgaben an die Bevölkerung und die Wirtschaft zurückverteilt. Ein Drittel wird klimafreundlich investiert, etwa ins Gebäudeprogramm. Neunzig Prozent der Bevölkerung erhalten mehr zurück, als sie bezahlen. Die Wirtschaft wird zu zukunftsträchtigen Innovationen angeregt.

Ein Ja zum CO2-Gesetz ist ein erster Schritt in Richtung einer lebensfähigen und lebenswerten Zukunft und ein kleiner Beitrag an eine klimagerechte Welt.

Ursula Lüthy, Ostermundigen

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