Nr. 22/2021 vom 03.06.2021

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an Autor:in

Adoleszente

Der «Tages-Anzeiger» schrieb über die Tennisspielerin Naomi Osaka: «Doch Osaka, im Internet-Zeitalter ausgewachsen, hat mit den traditionellen Medien nicht mehr viel am Hut.» Verständlich, denn bei diesen haben wir es immer häufiger mit aufgewachsenem Unsinn zu tun.
Jürg Fischer

Streitbare

Und über den Exfussballer und neuen Mehrheitsaktionär des FC Basel, David Degen, hiess es im «St. Galler Tagblatt» und in der «Luzerner Zeitung»: «In der Pandemie gelitten haben zwar die E-Sports-Events, an denen vor Ort und teilweise Tausenden Fans gespielt wird. Dolch auch in diesem Segment will Degen tätig werden.» Kein Wunder, ist der Mann so durchsetzungsfähig. Mindestens eine scharfe Klinge ist immer dabei.
Jürg Fischer

Entmilitarisierte

«Ein Soldate hilft einer Familie bei der Evakuierung», berichtete blick.ch aus Neuseeland. Ein Korrektore hat dies nicht mitgekriegt.
Jürg Fischer

Mildtätige

«Ein Multimilliardär kann noch so milde lächeln und sich als Wohltäter gebären, letztendlich liegt es an uns, seinen Einfluss auf die Gesellschaft mit demokratischen Mitteln zu begrenzen.» Der Gebärklinik, in diesem Fall «Watson», auf die Finger zu schauen, scheint uns schon mal ein guter Anfang zu sein.
Jürg Fischer

Herausgeforderte

«Nur ein Katzensprung von der Schweiz entfernt, ergänzt sich in der Region Innsbruck Natur und Kultur, Genuss und Herausforderung, Stadt und Land zu einem attraktiven Gesamtpaket.» So wirbt die Stadt Innsbruck in einer Publireportage in der «NZZ am Sonntag». Den Katzensprung würden wir uns aber gut überlegen, denn sie sprechen dort ein seltsames Deutsch.
Jürg Fischer

Überlastete

Die Bank unseres Vertrauens teilte uns kürzlich mit: «Sie haben sich sicher auch schon gefragt, wofür Sie Ihr Geld ausgeben? Der überarbeitete Finanzassistent im Raiffeisen E-Banking zeigt es Ihnen.» Also wenn dieser Assistent gerade wegen hoher Belastung eine Auszeit braucht, machen wir das wirklich lieber selbst.
Karin Hoffsten

Diversifizierende I

Der Zürcher Polizeikommandant Daniel Blumer stand der NZZ Red und Antwort. Im Korps finde man viele Leute mit Migrationshintergrund, auch bei der sexuellen Ausrichtung sei man «diverser aufgestellt als früher». Seine Antwort auf die Frage, wie hoch denn momentan der Frauenanteil im Korps sei, machte besonders Letzteres deutlich: «Bei den Polizistinnen liegt er bei knapp 20 Prozent.» 
Karin Hoffsten

Diversifizierende II

«Das Wallis ist für die Partei Die Mitte, die frühere CVP, eine Stammlande», diagnostizierte man in den Tamedia-Bezahlmedien. Wir deuten das als schwächlichen Versuch, beim sprachlichen Gendern mitzuhalten. Ob sich allerdings ausgerechnet die Walliser «Mitte»-Partei für derartige Ambitionen eignet, bezweifeln wir. 
Karin Hoffsten

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