WOZ-News :

Nr.  47 –

Romandhafte

In der letzten WOZ wurde aus gutem Grund verschiedentlich der Name Charles Ferdinand Ramuz genannt. Dass er an einer Stelle als «Walliser» bezeichnet wurde, hat aus ebenso gutem Grund unseren Leser S. aus Pully auf den Plan gerufen. Ramuz wurde nämlich in Lausanne VD geboren und starb in Pully VD, war also im Prinzip Waadtländer. Andererseits war er, gemäss Wikipedia, auch «Nationaldichter», insofern auch ein bisschen Walliser, nicht?

Retuschierte

«Das Bild von Max Frisch muss umgeschrieben werden», postulierte der «Blick» hinsichtlich eines weiteren Nationaldichters. Wie so etwas genau bewerkstelligt werden kann, ist unklar, aber solange damit nicht der Forderung «Nimm doch die Pfeife aus dem Maul, du Hund» («Surabaya Johnny», Bertolt Brecht) nachgekommen wird, können wir uns einverstanden erklären.

Unentwegte

Nicht Nationaldichterin, sondern -rätin ist Jacqueline Badran. Das «Tagblatt der Stadt Zürich» porträtierte sie, unter anderem mit folgenden Worten: «Die Frage der Gerechtigkeit umtrieb sie schon früh und stellt sie bis heute immer wieder.» Die Redaktion umschrieb das aber leider nicht und stellte es ungeschaut ins Blatt.

Weggesparte

«Auch dieses Jahr wieder kürzt die Branche die Schweizer Journalistinnen des Jahres», meldete die «Schaffhauser az». Das tut weh und sollte die Branche dazu bringen, ihren Ansatz zu überdenken.

Zwiegeschlechtliche

«Sie untersuchen den komplizierten Fall eines Doppelmordes an einer 17-jährigen Jugendlichen und dessen Tennislehrer», hiess es auf tv.blue.ch. Die unerwartete Transition dürfte die «Tatort»-Kommissar:innen vor eine besondere Herausforderung stellen. Und wie «Zentralplus» berichtete, macht der Genderwechsel auch vor Institutionen nicht halt: «Seit kurzem ist klar, was die Zuger Regierung mit der neusten Teilrevision seines Steuergesetztes will […].» Das Geheimnis des «Steuergesetzten» kennt aber nur der Zuger Finanzdirektor.

Alberne

«Eindrucksvoll folgen wir ihm von Abraham über Darwin bis Putin», hiess es im «Tages-Anzeiger» über die Wirkung von Lukas Bärfuss’ neuem Roman auf die Leser:innen. Dank Monty Pythons «Ministry of Silly Walks» beherrschen wir ja auch ausserordentlich hübsche Varianten.

Einfühlsame

Vielleicht kennen Sie den WOZ-Zoo auf der neuen WOZ-Website ja schon, aus dem sich von Montag bis Freitag diverse Tiere zu Wort melden. Darunter auch die empathische Qualle Aurelia, die sich in die Gedanken ihr nicht persönlich bekannter Personen versetzen kann. Kürzlich berichtete sie aus dem Hirn von Guido Tognoni, einem ehemaligen Fifa-Kadermann. Das tat sie offenbar so geschickt, dass auf dem Portal «Inside Paradeplatz» zu lesen war, Tognoni habe «in der WOZ vom 2. November […] der linken WM-Kritikergemeinde […] das unfaire ‹Katarbashing›» vorgehalten. Qualle Aurelia ist jetzt noch stolzer auf ihr enormes Einfühlungsvermögen.

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