Die neue WOZ (3): Auf Wiedersehen und Willkommen!

Nr. 13 –

Die WOZ bekommt neue Kolumnen – und bedankt sich erstmal.

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Illustration für die neue WOZ von Olga Prader
Illustration: Olga Prader

In einer basisdemokratischen Zeitung wie der WOZ dürfen alle ihre Meinung äussern. Während die Redaktor:innen an den Sitzungen ihre Gedanken noch begründen müssen, sind die externen Kolumnist:innen völlig unberechenbar: Was sie umtreibt, erfahren die meisten von uns auch erst aus der gedruckten Zeitung.

Umso erstaunlicher, wie lange unsere Kolumnist:innen schon am Werk sind. Ruedi Widmer zum Beispiel seit 21 Jahren. Neben seinen satirischen Verdrehungen des Zeitgeschehens erschienen in dieser Zeit fast schon ewig gültige Texte, etwa über das Leben eines Steines («Ein Stein spricht», 2013) oder die Macht der Liebe («Mount Woke», 2025). Weil wir beschlossen haben, dass wir in der neuen WOZ auch alle Kolumnen neu besetzen wollen, verabschieden wir uns schweren Herzens von Ruedi als Kolumnisten. Aber keine Bange: Als Zeichner bleibt er uns mit seinem wöchentlichen Comic erhalten!

Seit mehr als zehn Jahren kommentiert Stefan Gärtner unter dem Titel «Von oben herab» für uns die Schweiz. Was als deutsche Belustigungen über hiesige Niedlichkeiten gedacht war, entwickelte sich rasch zu klassenbewussten Anleitungen gegen alle kapitalistischen Zumutungen. Die stets beeindruckend schnell eintrafen: Schickte man Stefan einen aktuellen Themenvorschlag, traf der Text meist eineinhalb Stunden später ein.

Vor fast acht Jahren starteten wir mit einer literarischen Kolumne: In «Erwachet!» und «Ein Traum der Welt» erzählten Michelle Steinbeck und Annette Hug abwechselnd vom Durcheinander der Welt und suchten nach dem utopischen Überschuss. Dabei erwies sich Annette mit ihren profunden Philippinenkenntnissen als heimliche Auslandredaktorin, während Michelle sich regelmässig auch als Italienkorrespondentin hervortat. Im April 2024 kehrte Michelle nach ihrer Elternzeit zurück – und fand in der Kolumne «Licht am Ende des Tunnels» Worte für das Unbeschreibliche: den unvorstellbaren Schmerz als verwaiste und trauernde Mutter. Mutterschaft, Elterndasein, (Care-)Arbeit sind nach der Geburt ihres zweiten Kindes im 2025 das zentrale Thema ihrer Kolumne geblieben. Vertreten wurde Michelle während ihrer Abwesenheit von Rebecca Gisler, die stets mit einem Auge auf Frankreich schaute.

Ein herzliches Dankeschön an Ruedi, Stefan, Michelle, Annette und Rebecca für ihre grossartige, inspirierende und zuverlässige Mitarbeit! Sie werden bestimmt wieder hier und da als Autor:innen in der WOZ erscheinen.

Gerne verraten wir an dieser Stelle bereits, dass wir die Schriftstellerin Dorothee Elmiger und die Essayistin und Dramatikerin Enis Maci als neue Kolumnistinnen gewinnen konnten. Dorothee sorgte im letzten Literaturherbst mit «Die Holländerinnen» für Furore und gewann den Deutschen und den Schweizer Buchpreis, Enis beschäftigte sich kürzlich mit dem grossen Fantasten Karl May. Beide sind versierte Fährtensucherinnen, die Begegnungen in der Realität und Fundstücke in den Archiven in glänzende Texte verwandeln können. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit!

Auch eine neue Politkolumne wird die WOZ erhalten. Unter dem Titel «Wetterleuchten» werden die Redaktorinnen Anna Jikhareva und Daria Wild künftig nach politischen Deutungen im Nachrichtenwirrwarr suchen. Welche Kolumnen und Rubriken sonst noch dazukommen, erfahren Sie spätestens am 23. April, wenn die erste neue WOZ erscheinen soll. Verraten sei nur noch, wer die Köpfe der Kolumnistinnen zeichnet: die Illustratorin Olga Prader, deren Werke Sie derzeit in Le Locle sehen können (vgl. «Tipp der Woche»).

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