Hausmittelungen: Steinbeck und Strupler
«Ich bin niemandes Frau, ich bin Anna Kuliscioff», sagte die jüdisch-russische Revolutionärin, die unter anderem in Zürich, Bern, St. Imier, Lugano, Neapel und Mailand politisierte. Im Dezember jährte sich Kuliscioffs Todestag zum 100. Mal; doch in der Schweiz ist sie bis heute weitgehend unbekannt.
Zeit, dies zu ändern, sagte sich WOZ-Kolumnistin Michelle Steinbeck. Zusammen mit der Übersetzerin Marina Galli hat sie Kuliscioffs Briefe aus dem Italienischen ins Deutsche übertragen. Das Buch «Ich will dich sehen, mit deinem Verbrechergesicht. Liebesbriefe einer Revolutionärin» (Paranoia City Verlag) erzählt von einem Leben zwischen Exil und Gefängnis, Fernbeziehung und Freundschaft, Tatendrang und Erschöpfung; von Mutterschaft und dem unnachgiebigen Einfordern von Beziehungen auf Augenhöhe – privat wie politisch.
Bei der Buchvernissage am 9. April 2026 lesen Steinbeck und Galli im Paranoia-City-Buchladen an der Ankerstrasse 12 in Zürich und sprechen mit Historikerin Lea Küng und WOZ-Redaktorin Merièm Strupler über die beklemmende Aktualität von Kuliscioffs Schriften – im feministischen wie im antifaschistischen Sinne. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Mit Anmeldung auf: paranoiacity@paranoiacity.ch.