Diese Woche
Liebe Leser:innen
Jüngste Umfragen zeigen: Die sogenannte 10-Millionen-Initiative der SVP hat reelle Chancen, an der Urne angenommen zu werden. Wie kann das sein? Unser Koredaktionsleiter Renato Beck glaubt, viele Leute hätten schlicht noch nicht mitbekommen, was für konkrete und schwerwiegende Folgen eine Annahme für uns und unsere Mitmenschen haben würde. «Letztlich ist das die Folge eines kompletten Medienversagens», sagt Beck.
Und so haben wir im Kollektiv entschieden zu handeln, bevor es zu spät ist, zu versuchen, auch Menschen über unsere Leser:innenschaft hinaus zu erreichen, aufzuklären und zu mobilisieren. Dabei helfen uns prominente Mitstreiter:innen aus Sport, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft (und auch die besten Ermittler:innen des Landes). Gemeinsam lancieren wir das Manifest «10 Millionen × Nein». Sie finden es hier und können es unter keine-svp-schweiz.ch gleich selber unterzeichnen.
Der Zeitung beigelegt erwartet Sie diese Woche die neue Ausgabe des «wobei»-Magazins. Es geht der Frage nach, wieso Diktatoren (und andere Autoritäre) eigentlich so grosse Angst vor Büchern haben. In seinem angesichts des Themas schon fast unverschämt unterhaltsamen Gastbeitrag schildert der belarusische Autor Sasha Filipenko die Strafverfahren, die gegen ihn laufen, unter anderem, weil er aus seinem eigenen (verbotenen) Buch zitiert hat, während die südsudanesische Autorin Stella Gaitano die eingangs gestellte Frage sehr direkt beantwortet. Daniela Janser wiederum nimmt Sie mit auf einen Streifzug durch vergangene und gegenwärtige Zensurversuche. Ihr Fazit auch mit Blick auf die USA und Deutschland: «Bücherverbote signalisieren unmissverständlich ein Kippen ins Autoritäre.»
Wir schliessen mit Worten Sasha Filipenkos: «Wenn Sie den Nervenkitzel suchen – lesen Sie Bücher!»
Ihr WOZ-Kollektiv