Lebenskunst : Alles andere ist Zeitverschwendung
Über die Schönheit des Nebensächlichen: Eine Würdigung mit Besuchen bei drei Hobbyist:innen.
Die Geschichte ist schwer zu glauben, aber so steht sie im «Oxford English Dictionary»: Der Ursprung aller Hobbys ist das Hobby Horsing.
Die etwas absurd anmutende Sportart, bei der man mit selbstgebastelten Steckenpferden und in Reitmontur durch einen Hindernisparcours hüpft, ist eher eine Imitation als eine Parodie aufs Reiten. Nun ist es aber nicht etwa so, dass die Trivialisierung als Hobby dem «richtigen» Reiten nachträglich hinzugefügt worden wäre: Vor dem Hobby Horsing gab es den Begriff des Hobbys gar nicht.
Um 1400 bezeichnete «hoby» oder «hobyn» – Abkürzungen von Robert oder Robin – im Mittelenglischen ein kleines Pferd oder ein Pony. Im 16. Jahrhundert fand eine Übertragung statt: Erst wurde «hobby horse» für ein Pferdekostüm verwendet, getragen auf traditionellen Festen der Adligen, dann für Spielzeugpferde. Ab dem späten 17. Jahrhundert wurde ein «hobby horse» dann metaphorisch zu einer persönlichen Leidenschaft oder Obsession – einem Steckenpferd eben. Dabei schwang auch Spott mit, man meinte eine Tätigkeit, in der zwar viel Aufwand steckt, die im Grunde aber völlig unnütz sei. Im 19. Jahrhundert verkürzte sich der Begriff auf «hobby» und verlor seine negative Konnotation.
Aber was ist eigentlich ein Hobby? Eine regelmässige, nicht professionelle Tätigkeit, die vor allem dem eigenen Vergnügen dient? Aber zählen dann Tagträumen oder Sex auch als Hobbys? Und ist Sport kein Hobby, wenn dabei die Steigerung von Kraft und Ausdauer wichtiger ist als das Vergnügen?
Der Sprachphilosoph Ludwig Wittgenstein würde hier vielleicht den Joker ziehen: Die Bedeutung des Begriffs sei familienähnlich! Sein Beispiel ist «Spiel»: Es gibt zwar keine Merkmale, die alle Phänomene gemeinsam haben, die als Spiele bezeichnet werden, aber diverse Überlappungen, die alle Spiele wie in einer Familie enger oder entfernter miteinander verbinden.
Bei Hobbys ist es ähnlich, und das hat doch viel mit dem Phänomen zu tun: Hobbys sind, was jemand tut, wenn nichts befohlen oder bezahlt wird, für niemanden gesorgt werden muss, keine Rechenschaft nötig, das Ziel nicht vorgegeben ist. Hobbys sind die Spielwiese der Eigenwilligen.
Ob heute noch ein Zug hält am Bahnhof Thalheim-Altikon? Das Bahnhofsgebäude aus dem 19. Jahrhundert ist mit grau gestrichener Holzverschalung und bordeauxroten Fensterläden aufgefrischt. Eigentlich sollte hier der Ostschweizer Regionalzug Thurbo halten, Linie Winterthur–Stein am Rhein. Doch den hat Manuel Dyttrich heute nicht eingepackt.
Geht man näher ans Bahnhofsgebäude ran, kommen auf den Bauteilen kleine Noppen zum Vorschein. Das Modell im Massstab 1 : 45 besteht komplett aus Lego-Bausteinen: Der Bahnhof ist verbunden mit einer riesigen, liebevoll ausgestatteten Bahnanlage aus Schienen, Gebäuden und diversen Zugmodellen, ein blauer Hochgeschwindigkeitszug dreht seine Runden. Dyttrich hat die Anlage zusammen mit seiner Gruppe aufgebaut, mit sechs Lego-Baumeistern aus diversen Generationen und Landesteilen, der Swiss Brick Model Train Community. In einer grossen Turnhalle in St. Gallen steht an diesem Maiwochenende eine ganze Fantasiewelt aus Lego-Steinen, von Eiffelturm über Rockkonzert bis Pirateninsel. Es ist Bricktopia.
Dyttrich sitzt am Rand einer Bahnstrecke und versucht, sein Hobby zu erklären. Seit der Kindheit faszinieren ihn Züge. Ein Highlight damals, wie für viele Kinder: die Dampfbahn in Bauma. Wieso wurde aus ihm ein derart eingefleischter Zugfan und aus den meisten anderen nicht? «Ganz ehrlich, ich weiss es nicht», sagt Dyttrich. Von seiner Familie habe er die Zugfixierung jedenfalls nicht. «Ich kann es wirklich nicht erklären. Ich liebe einfach Metallkisten auf Rädern.»
Wird er gefragt, was sein Hobby ist, sagt er in der Regel zunächst: Fotografieren. Wenn jemand mehr wissen will, sagt er: Züge. Sie mit der Kamera möglichst gut in der Landschaft zu inszenieren (nicht zu verwechseln mit Trainspotting, wie Dyttrich betont), ist seine zweite Leidenschaft. Erst danach erzählt er vom Modellbau. «Es ist schon ein spezielles Hobby», sagt er. «Aber die meisten reagieren positiv.»
Heute ist Manuel Dyttrich achtzehn Jahre alt, Lokführer werden will er immer noch. «Jetzt habe ich unnötigerweise noch die Matura gemacht, aber ich muss sowieso neunzehn sein, bevor ich die Ausbildung beginnen darf», erklärt er. Mit fünfzehn entdeckt er eine Software, um virtuelle Modelle aus Lego-Steinen zu bauen. Irgendwann bestellt er sich die Teile und setzt sie zusammen, ein Foto des Modells postet er in einem einschlägigen Internetforum. Ein Lego-Bauer aus Holland wird auf ihn aufmerksam und lädt ihn in seine Chatgruppe ein. «In Holland sind die Besten der Welt», erzählt Dyttrich. Er liest die Chats der letzten fünf Jahre durch, saugt alles auf.
Als Kind hiess der Zug, der ihn zum Götti nach Frauenfeld brachte, «Götti-Thurbo». Die Ausführung von damals wurde irgendwann verschrottet. Als er ein Modell davon bauen will, existiert noch ein einziges Exemplar bei einem Fanverein. Dyttrich dokumentiert es vor Ort, um die Proportionen zu vermessen.
Schwingt dabei auch Nostalgie mit? «Ich baue einen Zug, den es nicht mehr gibt – das klingt natürlich schön», sagt Dyttrich, aber oft baue er einfach Loks und Wagen, die er am Bahnhof Thalheim-Altikon beobachte, nicht weit entfernt von seinem Wohnort. Wie die rote Rangierlok, die ein paar Meter weiter auf einem Abstellgleis steht: etwa dreissig Zentimeter lang, viele Details. Doch die wahren Finessen erkennt der Laie nicht.
Dyttrich dreht die Lok um, ein Innenleben aus Achsen und Zahnrädern wird sichtbar. Weil der Aufbau vor und hinter der Zugführerkabine besonders schmal ist, musste er die beiden Antriebsblocks hochkant verbauen und die Übersetzung aufs Fahrwerk selber konstruieren. Es gäbe auch fertige Fahrwerke von Lego, aber für die richtigen Proportionen wären sie zu kurz. «Natürlich hat mich die Komplexität gereizt», sagt er. Wichtig auch: Er baut nur Modelle, die vor ihm noch niemand gebaut hat.
Denn die eigentliche Herausforderung steckt im Konstruktionsplan: Für ein Modell können in einem solchen gut einmal fünfzig Stunden Arbeit stecken. In der Software hinterlegt Dyttrich den Bauplan des echten Zugs. Die Auswahl der richtigen Teile erfordert Fantasie – die Hand einer Lego-Figur kann zum Beispiel als Halterung für eine Verstrebung dienen. Dann bestellt er die Teile einzeln in spezialisierten Onlineshops; etwa 2000 sind es für eine Lok. Der eigentliche Bau dauert dann nur noch etwa fünf Stunden, aber: «Wer durchschnittliche Lego-Baufähigkeiten hat, würde an einem meiner Pläne verzweifeln.»
«Ich habe Tausende Steine in meinem Kopf gespeichert. Wenn ich einen Zug anschaue, kommt mir sofort in den Sinn, wie ich dies und das bauen würde. Aber abgesehen vom Modellbau ist dieses Wissen eigentlich völlig unnütz.» Für sein Hobby hat sich Dyttrich ein halbes Fachhochschulstudium angeeignet, sein räumliches Vorstellungsvermögen scheint im Hochbegabtenbereich zu liegen. Doch etwa Maschinenbau zu studieren, wo Konstruktionsprogramme zum Handwerk gehören, hat er nie in Betracht gezogen. «Die Technik in den Zügen interessiert mich eigentlich nicht.»
Ist es interessant, Hobbys soziologisch zu vermessen? Im Nachbarland erscheint jedes Jahr der «Freizeit-Monitor», eine Befragung zum Freizeitverhalten der Deutschen. Die bahnbrechenden Ergebnisse: Medienkonsum bleibt am wichtigsten, und die Leute legen Wert auf soziale Tätigkeiten und Erholung. Die Studie hebt aber auch bemerkenswerte Details hervor: Etwa hat das Spazieren offenbar stark an Popularität gewonnen. Für Studienleiter Professor Ulrich Reinhardt ist das auch «eine konkrete Antwort auf die Komplexität des modernen Lebens»: «In einer immer schnelleren, digitalisierten Welt ist das Gehen zu einem bewussten Akt der Entschleunigung geworden.»
Es klingt ein bisschen lustig, spazieren gegen die Probleme unserer Zeit. Vielleicht ist das Hobby auch eher eine anekdotische Lebenskunst. Eine, die eher in der Nahaufnahme sichtbar wird als im grossen Bogen.
«Das letzte Mal verwendet habe ich das Wort ‹Hobby› vermutlich im Freundschaftsbuch meiner Primarschule», beginnt Marion Keller das Gespräch im Wohnzimmer des verwinkelten Altstadthauses, in dem sie mit ihrer WG lebt. Weil die 38-Jährige politisch aktiv ist, möchte sie ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen. Wandern und Schreinern, die Leidenschaften, von denen sie gleich erzählt, will sie nicht als Hobbys bezeichnen. «Bei Hobbys denke ich an Rückzug aus der Welt, vielleicht von Lohn- oder Care-Arbeit. Leute bauen sich eine Gegenwelt auf, weil sie Raum für sich brauchen. Ich finde das völlig verständlich, suche selber aber nach Tätigkeiten, die mich stärker mit der Welt verbinden.»
Während der Coronapandemie hält Keller es nicht mehr vor ihrem Computer aus. Sie entdeckt die Holzwerkstatt eines nahen Gemeinschaftszentrums. «Das wühlte Erinnerungen auf», erzählt sie. Mit achtzehn arbeitete sie für kurze Zeit in einer Zimmerei – «die glücklichste Zeit meines Lebens» –, bevor sie Geisteswissenschaften studierte. «Der Beruf der Zimmerin kam mir damals gar nicht in den Sinn – ich hatte bereits verinnerlicht, dass ich als Frau nicht in diese Welt passe.» Doch dann steht sie in diesem GZ, wo alle ausprobieren und tüfteln.
Keller fängt bei einem Schachbrett an, baut in ihrem Büro eine komplette neue Küche ein, beginnt schliesslich mit einer akustischen Gitarre. Sie zeigt ein paar der unvollendeten Teile. «Wegen meines politischen Aktivismus fehlt mir schlicht die Zeit dafür, aber das Ziel ist mir hier sowieso nicht so wichtig», sagt sie. Um eine Gitarre zu bauen, brauche es diverse Techniken der Feinbearbeitung von Holz und enorme Präzision. Weil ihr Spezialmaschinen fehlen, macht sie alles von Hand. Um die Decke dünner zu machen, bringt sie sich zwei Monate lang das Hobeln bei. «Für eine Weile habe ich mit der Hobelbank in meinem Zimmer gelebt.»
Was andere ein Hobby nennen würden, versteht sie auch als feministische Praxis: internalisierte Barrieren überwinden, sich Räume aneignen. Dies ist ihr auch beim Wandern wichtig. «Die Bergwelt ist patriarchal geprägt», sagt Keller. Es gehe um Geschwindigkeit und Ausrüstung, ums Entdecken und Besteigen. «Die meisten Unfälle passieren beim Abstieg, weil die ganze Aufmerksamkeit dem Gipfel gilt.»
Also entwickelt sie das Konzept der «Gipfeliwanderung». Bevor sie aufbricht, isst sie ein Gipfeli, dann folgt sie einer Route, die Gipfel konsequent umgeht, manchmal um zwanzig Meter. Das habe die Erfahrung in den Bergen für sie komplett verändert, sagt Keller. «Statt mich für die Viertelstunde auf dem Gipfel anzustrengen, wurde ich dem ganzen Weg gegenüber neugieriger, habe alles intensiver wahrgenommen. Landschaften aus Stein sind karg und unvorstellbar alt, das erdet mich. Beim Wandern fühle ich mich ruhig und präsent, in ständiger Verbindung zu einer fordernden Umgebung.»
Ein kurzer Blick in die Geschichte der Soziologie zeigt: Hobbys haben seit den sechziger Jahren eine markante Aufwertung erfahren. Theodor W. Adorno fand es noch gar nicht lustig, dass er in Interviews immer wieder danach gefragt wurde, was sein «hobby» – als befremdlicher Anglizismus kleingeschrieben – sei: «Ich habe kein hobby. Nicht dass ich ein Arbeitstier wäre, was nichts anderes mit sich anzufangen wüsste», aber: «Musik hören, konzentriert lesen ist ein integrales Moment meines Daseins, das Wort hobby wäre ein Hohn darauf.» Auf den trügerischen Schwindel der Freizeit, über die er 1969 schreibt, fällt einer wie Adorno nicht herein: «Organisierte Freizeit ist zwanghaft: wehe, wenn du kein Hobby, keine Freizeitbeschäftigung hast; dann bist du ein Streber oder ein altmodischer Mensch, ein Unikum.»
Mehr Platz zum Atmen erhält das Hobby in den siebziger und achtziger Jahren. Bei Pierre Bourdieu dient es der sozialen Distinktion, ist nicht bloss ein Anhängsel der Arbeitswelt, sondern ermöglicht Teilhabe in sozialen Gruppen. Mit Michel Foucault könnte man es als eine Technik des Selbst verstehen: Bei aller Begrenzung wird das Hobby zu einem Raum, der Autonomie, Transformation und ein gutes Leben verspricht. In Andreas Reckwitz’ «Gesellschaft der Singularitäten» (2017) schliesslich wird das Hobby zum zentralen Schauplatz, auf dem das Individuum sich austobt, eine Technik der Einzigartigkeit.
Man kann auch Jugendlichen zuhören, um das festzustellen. Wenn sie etwas «hobbylos» nennen, meinen sie, es ist langweilig, sinnlos, reine Zeitverschwendung. Eine typisch jugendliche Liebeserklärung, als Beleidigung getarnt, aber doch wird das Hobby darin zur Sinnhaftigkeit überhaupt.
Einen Tag nach dem erfolgreichen Wettkampf schickt Luzia Schmuziger eine Sprachnachricht. Sie hatte erfahren, dass für einen Text Leute gesucht werden, die von ihrem Hobby erzählen. Nach der guten Erfahrung hatte sie Lust darauf. «Mit der Vorbereitung und dem Wettkampf hatte ich etwas, was ich nur für mich machte», sagt sie. «Im Alltag verliere ich mich zwischen Familie und Arbeit manchmal. Ich habe gern für den Wettkampf trainiert, aber es war wichtig, dass ich dabei ein Ziel verfolgte.»
Eine Woche später in einem Café in Olten. Die 44-Jährige erklärt, worum es beim Crossfit geht: eine fast schon brutal klingende Kombination von Übungen, die im Wechsel alle Facetten der menschlichen Fitness fordern – Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer. Eine Übung mit der Hantel folgt auf einen Sprint, dann ein Seil hochklettern, im Handstand laufen – nichts für fragile Körper. Die Kunst ist, ständig abzuschätzen, wie viel Verausgabung drinliegt, um bis zum Ende durchzuhalten. Nur einmal sei sie zu schnell gelaufen, «dann hat es mich verblasen». Schmuziger muss lachen: «Meine Tochter hatte am Vorabend mit meiner Sportuhr gespielt, darum zeigte sie die Geschwindigkeit nicht an.»
Sport ist für sie eine Art Lebensader. Als Kind und Jugendliche waren es Schwimmen, Kunstturnen, Skifahren, teilweise im Kader. Sie studierte Sport, unterrichtet das Fach an der Kantonsschule. «Sport ist mein Beruf, war aber immer auch mein Hobby», sagt Schmuziger. «Von all den Sportarten, die ich nach meiner Jugend ausprobiert habe, hat mich nichts so gepackt wie Crossfit. Man ist vielseitig gefordert, auch technisch, die Community ist sehr freundlich und hilfsbereit, aber auch kompetitiv.» Ihr gefällt auch das Bild eines sportlichen Frauenkörpers, wie er im Crossfit üblich ist: «ein bisschen breiter».
Bis zum ersten Kind betrieb sie Crossfit nie leistungsorientiert. 38 ist sie da, innerhalb von dreieinhalb Jahren bringt sie drei Töchter zur Welt. «Ich hatte früher eine Tendenz, Dinge extrem zu machen und alles andere liegen zu lassen. Als Teenie bin ich Boybands hinterhergereist. Heute nehme ich mich oft zurück, stehe als Lehrerin vorne und schmeisse die Show, stemme als Mutter den Familienalltag.»
Vor ein paar Monaten erstellt Schmuziger einen Trainingsplan, der mit diesem Alltag kompatibel ist, trainiert über Mittag in der Turnhalle der Schule oder spätabends im Keller. Sie passt ihre Ernährung an, optimiert Details. So richtet sie die Nischen ihres Alltags auf ein Ziel aus, das sie sich selbst gesetzt hat. Sie fühlt sich stärker und selbstbewusster. Obwohl auch noch das Familiengefüge durcheinandergerät, als ihr Partner, der im Alltag sonst viel mitträgt, operiert werden muss. Die erschwerten Bedingungen spornen sie zusätzlich an.
Dann das grosse Wochenende, mit ihrem Teampartner beendet sie den Wettkampf auf dem zweiten Platz. «Das hat so viel bei mir ausgelöst, es war richtig emotional: wie stolz meine Eltern und mein Partner waren, wie meine Kinder ‹Hopp, Mami!› gerufen haben», erzählt sie. Am nächsten Tag schreibt ihre beste Freundin, die ebenfalls Mutter ist und mit ihr im Crossfit Olten trainiert, eine Nachricht: «luzi … din isatz, din wille, dis dörebisse het sech so öbis vo glohnt! so stolz uf de», dann viele Emojis. Schmuziger hat Tränen in den Augen, als sie das liest.
Dass das Hobby sogar subversiv sein kann, steht in einem älteren Text von Bill Gates: 1976, als Microsoft noch ein kleines Start-up war, schrieb Gates «An Open Letter to Hobbyists». Darin beklagte er sich über die Hobbyprogrammierer:innen, die zwar seine Software nutzten, aber nicht dafür bezahlten. Gute Software könne nur entstehen, wenn sie ein Geschäftsmodell sei, fand Gates.
Der wütende Brief markierte das Ende der freien Zirkulation von Computercodes und die Geburtsstunde der kommerziellen Softwareindustrie. In diesem Sinne: Es leben die Hobbyist:innen! ●