Europas grösste Besetzung : Sie lassen sich nicht besänftigen
Das Athener Wohnviertel Prosfygika ist politische Besetzung, Sozialprojekt und für 400 Bewohner:innen ein Zuhause. Seit Anfang Jahr droht ihnen die Räumung.
Suzon Doppagne hat entschieden, ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Seit Anfang Mai befindet sich die junge Frau im Hungerstreik. 28 Tage ist das her bei diesem Treffen in einem schlichten Raum mit einigen alten Ledersofas. Fragil wirkt Doppagne und etwas benommen. Doch genauso entschlossen. Ihr Hungerstreik, sagt sie, sei keine übertriebene Massnahme. «Wir machen die Sache nicht grösser, als sie ist. Wir mussten einfach die Antwort geben, die angesichts der Heftigkeit des Angriffs auf Prosfygika angemessen war – und angesichts der kurzen Zeit, die wir haben, um ihn abzuwehren.»
Prosfygika – das sind acht Häuserriegel mitten in Athen, die autonom verwaltet werden. Gelegen zwischen dem Polizeipräsidium der Region Attika, dem Obersten Gerichtshof Griechenlands, dem wichtigsten Krebsspital des Landes und dem Fussballstadion von Panathinaikos Athen. Die Fassaden der alten Häuser wirken wegen des bröckelnden Putzes fleckig, die kleinen Balkone mit den dünnen Betonböden absturzgefährdet. Doch in den Wohnungen, die die Besetzer:innen in den letzten sechzehn Jahren selber instand hielten und renovierten, leben gut 400 Menschen – denen die Vertreibung droht.
Seit Januar ist bekannt: Die Regierung der Region Attika will die vielleicht grösste Besetzung Europas räumen und die Gebäude sanieren. Im Juni 2025 hat die Verwaltung mit Ministerien der Zentralregierung im Geheimen einen Vertrag über ein Fünfzehn-Millionen-Euro-Projekt abgeschlossen. Im Januar drang der Plan an die Öffentlichkeit. Tausende protestierten in Athen dagegen. Der Beginn der Arbeiten war bereits für diesen Sommer vorgesehen. Die griechische Regierung betont, man wolle Prosfygika «der Gesellschaft zurückgeben» – und hat angekündigt, Sozialwohnungen sowie Zimmer für Angehörige von Patient:innen des nebenan liegenden Krebsspitals zu bauen. «Dabei liefern wir hier seit sechzehn Jahren Antworten auf drängende soziale Fragen», sagt Doppagne. «Soziale Fragen, die sich in ganz Europa stellen. Aber insbesondere in Griechenland.»
Anspruch und Realität
Prosfygika hat eine turbulente Geschichte. Erbaut wurden die Gebäude 1933 im minimalistischen Bauhausstil, damals noch an der Peripherie von Athen. Der Staat stellte sie bereit, um griechische Flüchtlinge nach dem Griechisch-Türkischen Krieg aus den provisorischen Elendsvierteln zu holen. Dank günstiger Kredite und langfristiger Ratenzahlungspläne konnten sie ihre Wohnungen kaufen. Während der deutschen Besatzung Athens im Zweiten Weltkrieg wurde Prosfygika zu einem Widerstandsnest. Einschusslöcher in den Fassaden zeugen bis heute von den Kämpfen zwischen linksgerichteten Partisanen und der Wehrmacht. Viele der ersten Bewohner:innen und ihre Nachkommen wohnten jahrzehntelang im Quartier. Bis der Staat in den frühen nuller Jahren begann, Wohnung für Wohnung aufzukaufen, um das Areal aufzuwerten. Vor den Olympischen Spielen von 2004 sollte Prosfygika abgerissen werden und einem Einkaufszentrum mit Parkplätzen weichen. Ein Plan, den die Bewohner:innen erfolgreich bekämpften.
In den Folgejahren liessen sich Menschen in Not in leeren Wohnungen nieder. Und nach der Finanzkrise von 2008 setzte in Prosfygika eine zunehmende Verelendung ein. Auch Drogenbanden installierten sich in den Häusern. Gleichzeitig gesellten sich vor dem Hintergrund der politischen Spannungen und der Krisenproteste immer mehr politisch motivierte Aktivist:innen aus dem anarchistischen Spektrum zu den Besetzer:innen. 2010 gründete sich die bis heute bestehende «Gemeinschaft des besetzten Prosfygika», die es in den vergangenen Jahren schaffte, die Kontrolle über das Quartier zu gewinnen und die Drogenbanden zu vertreiben.
In der Besetzung prallen noch immer unterschiedlichste Realitäten und Visionen aufeinander. Einerseits zieht das Projekt junge Autonome und Internationalist:innen aus ganz Europa an. «Und wir alle bringen natürlich unsere Projektionen mit», sagt Nora, eine junge Aktivistin aus Deutschland, die wie andere auch nur ihren Vornamen in der Zeitung wissen will. Dem politischen Anspruch des Projekts, eine egalitäre autonome Gemeinschaft zu bilden, steht die Tatsache gegenüber, dass sich ein Grossteil der Bewohner:innen aus schierer Notwendigkeit hier organisiert. Darunter alte Menschen in prekären Lebenslagen oder psychisch Kranke – und viele Geflüchtete, die kaum andere Perspektiven haben; in Prosfygika leben Menschen 27 verschiedener Nationalitäten. Wer einzieht, verpflichtet sich dazu, sich an die Grundprinzipien von Prosfygika zu halten. Dazu gehören etwa Gewaltlosigkeit und die Anerkennung der Häuser als kollektives Gut. Gibt es Konflikte, weil sich Bewohner:innen nicht an der Selbstverwaltung beteiligen oder gegen die Prinzipien verstossen, versuchen die Besetzer:innen, diese kollektivistisch im wöchentlichen Plenum zu lösen. Natürlich seien diese Aushandlungen schwierig, räumt Nora ein. «Alles hier ist widersprüchlich, alles herausfordernd, alles Reibung.»
Auf den Hauptwiderspruch, mit dem sich die Besetzung konfrontiert sieht, findet die Gemeinschaft pragmatische Antworten: Die Besetzer:innen lehnen den Staat als Instrument der kapitalistischen Ordnung ab. Gleichzeitig kooperiert man mit seinen Institutionen. Nora, die in diesen Tagen gleichermassen erschöpft wie angetrieben wirkt, sagt: «Wir bauen innerhalb dieses repressiven Staates Strukturen gegen diesen auf. Wir können dessen Institutionen nicht zurückweisen, ohne dass wir schon eine Alternative dazu hätten.» Also schicke man die Kinder in staatliche Schulen; tue alles dafür, um Bewohner:innen zu einem legalen Aufenthaltsstatus zu verhelfen. «Im Vordergrund steht immer das Ziel, die Lebensbedingungen der Menschen hier zu verbessern.»
Das Licht fällt an diesem Frühsommerabend warm auf das verdorrende Gras auf dem Vorplatz der Kindertagesstätte, wo eine Gruppe junger Theaterpädagog:innen ein Stück zum Thema Mobbing aufführt. Im Publikum sitzen rund zwanzig Kinder, die mit weit aufgerissenen Augen zuschauen und aufgeregt die Arme in die Höhe recken, wenn sie von den Schauspieler:innen aufgefordert werden mitzumachen.
Auch ihre grosse Tochter habe dem Spektakel beigewohnt, erzählt Khadija später in ihrer kleinen Parterrewohnung in der hintersten Häuserzeile von Prosfygika. Über dem Sofa hängen zwei Fahnen: eine griechische und eine marokkanische. Das Kinderzimmer ihrer beiden Töchter haben Khadija und ihr Mann mit bunten Wandzeichnungen geschmückt. Die Familie strandete vor über zehn Jahren in Griechenland. Damals hätten sie eigentlich nach Westeuropa weiterreisen wollen, erzählt Khadija. Doch das habe nicht funktioniert. Sie hat bis heute keinen legalen Aufenthaltsstatus. Ihre ältere Tochter hat eine körperliche Behinderung. «Das Leben draussen wäre enorm kompliziert», sagt sie. «Hier ist es einfach.»
Politik des Ausverkaufs
Prosfygika ist ein straff organisiertes Konglomerat mit 22 selbstorganisierten Strukturen. Darunter die Kindertagesstätte, eine Bäckerei, eine Bibliothek, ein Kino, eine Kleidertauschbörse oder – besonders zentral – eine Gruppe, die als Anlaufstelle für gesundheitliche Fragen fungiert. Für Bewohner:innen wie Khadija ist der freie Zugang zu diesen Einrichtungen lebensverändernd. Khadija hat in den Strukturen der Besetzung Griechisch gelernt; weil ihre Kinder betreut sind, kann sie zwei Stunden am Tag ausserhalb der Besetzung arbeiten – und gleichzeitig mit weit weniger finanziellem Druck den Familienalltag managen. «Während meiner Schwangerschaft hatte ich Zugang zu Ärzten, die auch Menschen ohne Krankenversicherung behandeln.» Khadija sagt, Prosfygika habe sie auch politisiert: «Als wir hier ankamen, habe ich mich daheim isoliert, nur mein Mann ging zu den Versammlungen. Heute habe ich meine Stimme gefunden; und diesen Wunsch habe ich inzwischen auch für meine Töchter.»
Auch Silvia hat zwei Kinder in Prosfygika grossgezogen. Die 52-Jährige hat gerade das Essen abgeräumt beim sonntäglichen Kollektivcafé im «Kioski» – dem öffentlichen Versammlungsort von Prosfygika. Nun führt sie mit strammen Schritten hoch zur kleinen «Veranda» auf dem mit Blumentöpfen geschmückten Betonplatz vor ihrer Wohnung. «Meine Veranda ist das zweite Kioski», sagt Silvia. Hier werde Kaffee getrunken, getratscht, gelacht. «Die Gemeinschaft ist mir sehr wichtig. Wir haben hier unsere ganz eigene Kultur entwickelt.» Silvia, die in Bulgarien geboren wurde, will zu ihrem Leben vor Prosfygika nicht viel sagen. Nur so viel: Sie habe in einem der heruntergekommeneren Viertel Athens gelebt. Es sei schwierig gewesen.
Zur drohenden Räumung sagt Silvia: «Wenn man etwas von null auf mit aufbaut, kann man das nicht einfach so aufgeben. Ich werde hier nicht weggehen, sondern bis zum Ende kämpfen.»
Die Regionalverwaltung spannt für ihren Sanierungsplan mit der liberal-konservativen Zentralregierung unter Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis von der Partei Nea Dimokratia zusammen – und auch mit der EU. Die Troika, die nach der Schuldenkrise in Griechenland die europäischen Reformauflagen überwachte, setzte den Gebäudekomplex 2011 auf die Liste von Staatseigentum, das der Staatskasse über einen Privatisierungsfonds fünfzig Milliarden Euro einbringen soll. Nun wird das Projekt zum Grossteil über den europäischen Strukturfonds finanziert. Den Bewohner:innen von Prosfygika – die im Vertrag zwischen den Akteuren keine Erwähnung finden – verspricht die Regierungspartei inzwischen, dass sie in sichere und angemessene Unterkünfte «umgesiedelt» würden und sich für die neu sanierten Wohnungen bewerben könnten.
Dass diese Verlautbarungen die Besetzer:innen nicht besänftigen, liegt daran, dass die repressive und radikal marktliberale Politik dahinter den Versprechungen diametral gegenübersteht. Der Druck auf vulnerable Gruppen und insbesondere auf Geflüchtete nimmt seit der Machtübernahme der Nea Dimokratia im Jahr 2019 laufend zu. In Athen wurden seither mindestens zwanzig grössere Hausbesetzungen geräumt, die als inoffizielle Flüchtlingsunterkünfte dienten. Migrant:innen sind brutalen Pushbacks ausgesetzt, werden in weit abgelegene, menschenunwürdige Lager verfrachtet, und selbst anerkannte Geflüchtete erhalten oft kaum staatliche Unterstützung.
Dass die Politik ausgerechnet in Prosfygika Sozialwohnungen verspricht – etwas, das es in Griechenland kaum gibt –, kann man auch deshalb nur als «Social washing»-Strategie begreifen, weil ausgerechnet in der Umgebung der alten Blöcke das grosse Aufwertungsprojekt «Athen West» vorangetrieben wird. Die Regierung hat mit ihrer Politik des grossen Ausverkaufs die Wohnungsnot extrem verschärft, im Stadtzentrum von Athen sind die Mieten in den letzten fünf Jahren um fünfzig Prozent gestiegen – bei nach wie vor sehr tiefem Lohnniveau.
Der Stadtsoziologe Thomas Maloutas, der an der Athener Harokopio-Universität zu Aufwertungsmechanismen und sozialer Segregation forscht, sagt: Ein selbstverwaltetes Projekt allein könne die Wohnungsnot zwar nicht lindern, «aber Prosfygika hat vor diesem Hintergrund eine grosse symbolische Bedeutung». Er habe Athen immer für eine ungentrifizierbare Stadt gehalten, erläutert der Soziologe weiter. «Weil viele ärmere und reichere Bewohner:innen der Stadt traditionell nicht in unterschiedlichen Quartieren lebten, sondern im gleichen Block, die Reichen oben, die Armen in dunkleren Wohnungen im unteren Teil.» Heute sei die rasante Airbnbisierung Haupttreiber für die steigenden Mieten, sagt Maloutas. Und am unmittelbarsten davon betroffen sei die unterste Bevölkerungsschicht. «Früher gab es in Athen viele Wohnungen für 200 bis 250 Euro im Monat. Heute möblieren Investor:innen solche Apartments und nehmen mit Kurzvermietungen viel mehr Geld ein.»
Nichts als Zuversicht
In Prosfygika sind Ende Mai freiwillige Bautrupps unterwegs. Internationalist:innen leisten Renovierungsarbeiten. Insbesondere wird eine weitere Wohnung ausgebaut, um Angehörige von Krebspatient:innen unterzubringen. Das griechische Gesundheitssystem ist chronisch unterfinanziert. Schon seit Jahren stellt die Besetzung deshalb Angehörigen von Krebskranken, die aus ländlichen, weit entfernten Gegenden kommen und keine Unterkunft in der Stadt finanzieren können, eine frisch renovierte Wohnung zur Verfügung. Und tut damit genau das, was der Staat nach der geplanten Räumung zu tun verspricht. Dass trotz des Damoklesschwerts, das über dem Projekt hängt, eine zweite solche Wohnung hergerichtet wird, gehört zur Vorwärtsstrategie, mit der die Besetzer:innen Prosfygika zu verteidigen versuchen. Man plane hier alles so, als sei das Morgen gesichert, sagen die Besetzer:innen. Es ist praktisch eine Beschwörung der guten Zukunft. «Entweder wir gewinnen, oder wir gewinnen», steht auf Transparenten, die an den Hausfassaden von Prosfygika hängen.
Suzon Doppagne sagt, sie verstehe das Unbehagen, das sie mit der Inkaufnahme ihres Todes auslöse. «Aber wir tun dies, weil bei einer Räumung von Prosfygika 400 andere Leben bedroht wären.» Sie erzählt weiter: Den grundsätzlichen Entscheid dazu, auch einen Hungerstreik als Kampfmittel nicht auszuschliessen, habe man an einer Strategiesitzung getroffen. Später habe sie sich freiwillig dafür gemeldet. Genauso Aristoteles Chantzis.
Er ist bereits am 5. Februar in den Hungerstreik getreten. Wie Doppagne nimmt auch Chantzis nur Wasser, Tee, etwas Zucker, Salz, Vitamine sowie Mineralstoffe zu sich. Prosfygika orientiert sich damit am sogenannt kurdischen Hungerstreik; die Minimalernährung soll ein langes Durchhalten ermöglichen. Aufhören werde man erst, wenn die Politik ihre drei Grundforderungen erfülle, sagt Doppagne Ende Mai: die Aufhebung des Sanierungsvertrags, ein garantiertes Bleiberecht für alle und die Erlaubnis, die erforderlichen Sanierungsmassnahmen in Prosfygika selbst auszuführen.
Bisher jedoch ist die griechische Regierung nicht von ihrer Position abgerückt. Sie hält am Projekt fest – ohne einen realen Fahrplan zu verkünden. Doppagne ist dennoch überzeugt, dass das radikale Vorgehen etwas bewirkt. «Ich glaube, dass wir so weit gehen, das hat auch den Rest der Gemeinschaft maximal aktiviert», sagt Doppagne. Seit Januar organisieren die Besetzer:innen Aktionen und Demonstrationen; jeden Tag verteilen sie vor der bedrohten Besetzung Informationsmaterial; auch in Brüssel, wo die Finanzierung des Projekts gestoppt werden könnte, engagieren sie sich mit Protesten und Medienkonferenzen für ihre Sache. Doppagne sagt: «Für mich ist der grösste Erfolg unseres Protests, dass so viele Menschen herkommen und sehen, was wir hier tun. Dass die Bewohner:innen von Prosfygika wahrgenommen werden – während die Politik einfach über sie hinweggehen wollte.»
Chantzis ist bereits Ende Mai zu schwach, um mit Journalist:innen zu reden. Anfang dieser Woche musste er am 138. Tag seines Hungerstreiks in kritischem Zustand in ein Athener Spital eingeliefert werden. Trotz akuter Lebensgefahr beteuerte er, er wolle seinen Kampf weiterführen. Die Gemeinschaft des besetzten Prosfygika hält derweil eine Mahnwache vor dem Spital ab. ●
Nachtrag vom 2. Juli 2026 : Hungerstreik beendet
Unmittelbar nach Erscheinen der Reportage zum bedrohten autonomen Viertel Prosfygika in Athen haben sich die Ereignisse überschlagen: Am letzten Mittwochabend erklärten die Aktivist:innen Suzon Doppagne und Aristoteles Chantzis ihren Hungerstreik für beendet. Doppagne hatte diesen Anfang Mai begonnen, Chantzis bereits am 5. Februar. Am 22. Juni wurde Chantzis nach fünfmonatigem Hungern in äusserst kritischem Zustand in ein Spital eingeliefert. Die Ärzte diagnostizierten beim Aktivisten, der bei der Einlieferung nur noch 35 Kilo wog, lebensbedrohliche neurologische Folgen des Hungerns.
Unter dem Druck dieser kritischen Situation verabschiedete das Athener Stadtparlament am Mittwochabend eine Resolution, die von den Verantwortlichen den sofortigen Stopp der Räumungs- und Sanierungspläne fordert. Das Parlament nimmt mit der Erklärung zentrale Forderungen der Aktivist:innen auf – etwa dass die Bewohner:innen von Prosfygika bleiben können sollen. Gleichzeitig rief das Stadtparlament Chantzis und Doppagne dazu auf, ihren Hungerstreik zu beenden.
Der Haken an der Sache: Die Stadt kann die Räumungs- und Sanierungspläne für Prosfygika nicht stoppen. Vorangetrieben werden diese von der Regionalverwaltung von Attika unter dem rechtskonservativen Gouverneur Nikos Chardalias. Und dieser hält bislang an den Plänen fest. Die Aktivist:innen von Prosfygika werten es dennoch als direkten Erfolg ihrer radikalen Aktion, dass die Stadt Athen im Kampf um Prosfygika nun klar Stellung bezogen hat – und damit die Verhandlungsposition der Aktivist:innen stärkt. In ihrer Erklärung zur Beendigung des Hungerstreiks schreiben sie, man werde den Kampf um Prosfygika nun mit anderen Mitteln weiterführen.