Diese Woche

Nr. 34 –

Liebe Leser:innen

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, und eine Aktie der Ems-Chemie ist ganz schön viel wert. Gut, dass wir, die WOZ, im Besitz einer solchen sind. Eine Leserin schenkte uns einst vierzehn Stück; eine haben wir für den Fall der Fälle behalten.

Und siehe da: Als sich unsere Redaktor:innen Anna Jikhareva, Kaspar Surber und Sarah Schmalz anschickten, die Geschäfte der Ems-Chemie zu recherchieren, stiessen sie auf eine Mauer des Schweigens. Die Aktie aber wurde zum Türöffner: Sie erlaubte es Kollegin Schmalz, als Aktionärin an der Generalversammlung der Ems teilzunehmen, man gab ihr dort sogar einen Investmenttipp mit auf den Weg! Was das alles mit der Neutralitätsinitiative zu tun hat, lesen Sie in der Recherche.

David Wenger, Parteikollege des Blocher-Clans, hat es dagegen eher mit dem sprichwörtlichen Silber. Richter Wenger amet für die SVP am Bundesverwaltungsgericht und scheint ein Mann mit einer Mission zu sein: Er kämpft gegen das Bleiberecht für geflüchtete Afghaninnen. Sein Eifer in dieser Sache steht am Ursprung eines mustergültigen Zusammenspiels zwischen Medien, rechts ­geprägter Justiz und SVP, das Renato Beck rekonstruiert.

Überhaupt hat sich das WOZ-Kollektiv diese Woche wieder einmal ins Zeug gelegt: Wir haben den Grundsatz «Triff niemals deine Kindheitsheld:innen» über Bord geworfen, uns einen rechten Ted-Talk angehört, mit der Pariser Schickeria über Kaviar geredet und sogar die NZZ gelesen.

Dass sich die Mühen lohnen, haben wir am letzten Samstag wieder einmal gespürt, als wir in Bern die Vernissage zum neusten «wobei» feierten. Koch Max Fuhrer schwang seine Grillzange zu den Hits des DJs, die Kinder freuten sich über Gratiswürste, und einige hatten sogar den weiten Weg aus Zürich oder dem Luzernischen auf sich genommen. «wobei»-Autorin Alice Galizia resümiert: «So fägts!»

Ihnen fägts hoffentlich auch!
Ihr WOZ-Kollektiv