Diese Woche
Liebe Leser:innen
Über Rechtsextreme zu schreiben, ist so eine Sache. Überall lauert die Gefahr, ihnen auf den Leim zu gehen: ihre Ästhetik zu reproduzieren und ihre Positionen zu verbreiten. Nur schon die Frage, wie man solche Texte bebildert, sorgt zuverlässig für rege Diskussionen in der Redaktion. Trotzdem ist es wichtig, ihre Netzwerke und ihre menschenverachtenden Positionen offenzulegen, wie wir es diese Woche wieder getan haben. Und die Lösung für das Bildproblem? Zum Glück lässt sich die Aktivistin und Künstlerin Brandy Butler nicht einschüchtern.
Die Bildredaktion der WOZ leistet sowieso grossartige Arbeit und prägt die Zeitung, ohne dass die Verantwortlichen dabei wirklich sichtbar werden: Sie bestellt Illustrationen, recherchiert cooles Bildmaterial und kümmert sich um sensible Fotoaufträge. Gleich zwei Künstler:innen, mit denen wir regelmässig zusammenarbeiten, werden derzeit im «Kulturkloster» Altdorf ausgestellt: Nathalie Bissig und Lina Müller. Gehen Sie hin!
Zum Schluss auf Wunsch des bestürzten Kulturressorts noch eine Art trauriger Ausblick: Es ist uns natürlich nicht entgangen, dass die Countrylegende Dolly Parton gestorben ist. Anders als in anderen Redaktionen ist unsere Schublade mit vorbereiteten Nachrufen eher spärlich gefüllt. Lieber nehmen wir uns etwas Zeit: Wir verabschieden Parton in der nächsten Ausgabe – und halten uns derweil an ihren Grundsatz, wann immer möglich bei guter Laune zu bleiben.
Bleiben auch Sie dabei!
Ihr WOZ-Kollektiv
PS: In den Bergen rund um die italienische Kleinstadt Reggio Emilia hat man einst noch einen ganz anderen Umgang mit Faschisten gepflegt. Das Geschichtsinstitut Istoreco bietet jedes Jahr geführte Wanderungen auf den Spuren der Partisan:innen an, und wir haben für unsere Leser:innen für 2027 zwanzig der jeweils sofort ausgebuchten Plätze vorreserviert. Von der WOZ wird natürlich auch jemand mitwandern.