100 Wörter

Stephan Pörtner schreibt für die WOZ seit Sommer 2008 Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

27.01.2022

Unlösbare Probleme

Der Vorsatz, ein Jahr lang ausser Büchern und Lebensmitteln nichts zu erwerben und sich so dem Konsumwahn zu entziehen und ein ökologisch vertretbareres Dasein zu führen, warf die Frage auf, wie es um die Inanspruchnahme digitaler Dienstleistungen wie des Streamings von Musik und Filmen stand, di

20.01.2022

Veganuary hiess früher Januarloch

Der Januar entwickelt sich zusehends zum gesündesten Monat des Jahres, in dem gute Vorsätze wie Alkoholverzicht oder vegane Ernährung zeitlich begrenzt ausprobiert werden können, ohne die Enttäuschung, die sich einstellt, wenn solche Vorsätze für das ganze Jahr oder gar Leben gefasst und ungefähr

13.01.2022

Ein Abend in passender Gesellschaft

Die zu jedem Jahresende enttäuschend ausfallende Bilanz über vergeigte Projekte, verschlafene Begegnungen und versiebte Chancen führte oft zu erneuten, umso unrealistischeren Neujahrsvorsätzen, sodass sich ein Kreislauf von unerfüllten Ambitionen und bitteren Selbstzweifeln in Gang setzte.

06.01.2022

Keinerlei Ankerpunkte bieten

Es war Zwindelbauch wichtig, stets nett und freundlich zu sein. Nicht etwa aus Nächstenliebe oder Respekt, ausser dem, den er tatsächlich für Menschen empfand, die ihm den Alltag erleichterten, also allen im weiteren Sinne Dienstleistungen erbringenden Menschen.

23.12.2021

Reiche Leute stehen doch nicht an

Die langen Schlangen vor den Filialen der Luxusgüterläden an der Luxusmeile gaben zufällig vorbeischlendernden Pausenmacher:innen eine Reihe Rätsel auf. Waren es reiche Leute, die sich diese überteuerten Dinge leisteten, oder mittelständische, die für reich gehalten werden wollten?

16.12.2021

Von reizend bis kaum auszuhalten

Der Saisonjob als Engel im Märchentram war finanziell und in Sachen gesellschaftlicher Anerkennung natürlich nicht allzu hoch einzuordnen. Trotzdem machte Viola Rebenstaiger den Job nun schon zum achten Mal. Sie machte es auch nicht wegen des Geldes oder des Ruhms, sondern wegen der Kinder.

09.12.2021

Bis hinter Martini

Die Tradition des Triumphzugs des Geschlechts der von Schwertfeger durch die Gassen einer nicht näher bezeichnet sein wollenden, sich von der Deindustrialisierung erst langsam und dank grosszügiger Umzonung von schützenswerten Gebieten zu Immobilienparks erholenden Kleinstadt irgendwo in der Deut

02.12.2021

Anleitung zum Prokrastinieren

Auch die jüngste Methode, den Tag in produktive Einheiten zu unterteilen, um irgendwie irgendwann irgendetwas zustande zu bringen, erwies sich, wie alle zuvor erprobten, als zwecklos, wenn nicht gar kontraproduktiv.

25.11.2021

Pandemie befeuert Klimakrise

Und was wäre, wenn es am Schluss gar nicht um die Pandemie, die Massnahmen dagegen oder die Impfung ginge, sondern darum, jegliche staatliche Intervention, jede gesellschaftliche Verantwortung, jede Solidarität mit Gefährdeten derart und nachhaltig in Verruf zu bringen und zu beschädigen, dass si

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