100 Wörter

Stephan Pörtner schreibt für die WOZ seit Sommer 2008 Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

09.07.2020

Leben als Nullsummenspiel

In den schönen Tagen, die sich bis in die allseits beliebte Ferienzeit erstrecken würden, herrschte in diesem Jahr eine besondere Verwirrung, weil ausser Rauschtrinken, Grossveranstaltungen und Massentanz auch diverse andere dem Freizeitvergnügen zugeschlagene Aktivitäten ein potenzielles Gesundh

02.07.2020

Die Namen von gestern

Die sogenannt heutige Zeit erwies sich dann doch öfter als äusserst gestrig.

25.06.2020

Raus, aber was dann?

Es gab nicht viel anderes zu tun, als hinauszugehen und dort nicht recht zu wissen, was anfangen. Das schöne Wetter verlangte es nun einmal. Erst recht, wenn es nicht mehr verboten war, aber wieder werden könnte.

18.06.2020

Ausweitung der Fussreflexzone

Das tägliche Fotografieren der eigenen Füsse und die Publikation dieser Bilder in einschlägigen sozialen Medien brachte nicht den erhofften Zuwachs an FollowerInnen und Likes, ganz im Gegenteil, es hagelte Zorn-Emojis und Entfreundungen.

11.06.2020

Wo der Kaffee wächst

Woran der Verzicht auf um die Welt geschipperte Produkte scheitern würde, wurde bereits nach zwei Wochen klar. Ohne Kaffee war das Leben eine zähe Angelegenheit, praktisch nicht der Rede wert.

04.06.2020

Hasentiers Argwohn

Inmitten der schönsten Blumenwiese dieses an Schönheit armen Vororts sass ein von weit her eingewandertes Hasentier und wunderte sich. Wunderte sich über die herrschenden Bräuche, die darin bestanden, sich auf Kieswegen möglichst rasch fortzubewegen und dabei konsequent geradeaus zu schauen.

28.05.2020

Wo sind die Lichtgestalten?

Warum, so fragte sich Gringenpohl, während er die unzähligen bitteren Kritiken am Staat und den staatlichen Eingriffen las, die seit Wochen aus den Kommentarspalten quollen und nicht selten von der Chefetage höchstpersönlich zusammenschwadroniert wurden, warum gab es in ganz Europa, ja auf der ga

21.05.2020

Homeoffice als Fake

Das Vortäuschen von Vollzeitbeschäftigung zur Vermeidung von Aufgeboten zu Hausarbeit und Kinderbetreuung war manchmal fast so anstrengend wie die beiden Aufgaben selber.

07.05.2020

Elende Hipsterbärte!

Dank der in Kraft tretenden Lockerung des Lockdowns endlich Haar- und Barttracht von eigens dafür geschulten Berufsleuten kürzen lassen zu dürfen, war das eine, von den eigenen Nachbarn auf dem Trottoir vor dem Haus beinahe angerempelt und als elender Hipster beschimpft zu werden, das andere.

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