100 Wörter

Stephan Pörtner schreibt für die WOZ seit Sommer 2008 Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

04.03.2021

Unwohl in der eigenen Gesellschaft

Das Gerücht, dass sich im heimischen Sprachgebrauch inzwischen neun verschiedene Wörter für Zuhausebleiben etabliert hätten, war ebenso falsch wie jenes, dass die indigenen Völker des nördlichen Polargebiets mindestens über ebenso viele für Schnee verfügten.

25.02.2021

Nur unverbindliche Zustimmung

Etwas erstaunt war Kraterkant, als der Friseur den Small Talk damit begann, dass der Winter ja wieder äusserst warm, also gar kein richtiger Winter, sondern eher ein langer Herbst sei, während draussen zum wiederholten Mal in diesem Jahr der Schnee in dicken Flocken fiel.

18.02.2021

Friemeln, Zupfen und Beschwören

Zu den weniger beachteten Schwierigkeiten, die aus der Coronapandemie entstanden, zählten die langwierigen und erniedrigenden Versuche, beim Einkaufen die Knisterbeutel für Früchte und Gemüse zu öffnen.

11.02.2021

Kartonberge der Konsumlust

Ausser wenn Genügsamkeit, innere Werte und ein schonender Umgang mit Ressourcen in Kartonschachteln verschickt wurden, bestand jede zweite Woche Anlass zu erheblichem Zweifel an einer Rückkehr zu ebendiesen Werten, sooft sie auch beschworen oder behauptet wurden.

04.02.2021

Plötzlich im Team Polizei

Für einmal eine aus dem Ruder gelaufene Demonstration, die in Tumult ausartet, live am Bildschirm zu verfolgen und sich über mangelnde Polizeipräsenz zu echauffieren und ähnlich wie bei einer Fussballübertragung, obwohl weit vom Geschehen entfernt, das Team Polizei mit lauten Rufen anzufeuern, si

28.01.2021

Sich ärgern ohne Stammtisch

Dass er auf die wiederkehrende Krise bestens vorbereitet war, stellte Zumkalbern fest, als er mehr zufällig denn absichtlich in den Nachbarkanton reiste und dort verwundert feststellte, dass alle Gastronomiebetriebe geschlossen waren.

21.01.2021

Was ist schon normal?

In Zeiten wie diesen stellt sich die Frage, ob das nun das Ende oder der Anfang sei. Oder nur der Anfang vom Ende oder das Ende des Anfangs, also der Übergang in eine neue Normalität. Wird es überhaupt eine Normalität geben, wird es eine willkommene oder eine verhasste sein?

14.01.2021

Damals im letzten Jahr

Würde 2020 zu dem Jahr werden, auf das sich alle, die es erlebt haben, künftig berufen würden, wenn irgendjemand sich beklagte, so wie Leute einst ihre Sätze mit «Damals im Krieg …» begannen?

07.01.2021

Ein Querulant mit Stalinorgel

Wenig durchdacht schien die Weisung des Regierungsrats, in der Silvesternacht das Abfeuern von Raketen vom heimischen Balkon aus zu erlauben.

24.12.2020

Traditionell wenig zu sehen

In diesem Jahr war es auch nicht möglich, aus Anlass des Jahreswechsels mit Champagner-, Prosecco- oder Cavaflaschen bewehrt, einander auf den Füssen zu stehen und den Nacken zu verrenken, weil in den hochnebligen Himmel anscheinend ein Feuerwerk geböllert wurde, von dem traditionell wenig zu seh

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