100 Wörter

Stephan Pörtner schreibt für die WOZ seit Sommer 2008 Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

23.01.2020

Porzellan in Zeitungspapier

Obwohl er weder Bedarf noch Platz hatte, ersteigerte er sich öfter Geschirr einer bestimmten Porzellanmanufaktur, das ihn anheimelte. Diese Marotte war nicht kostspielig, zog aber einen erheblichen Zeitaufwand nach sich, weil die Ware mit Unmengen zerknülltem Papier gepolstert war.

16.01.2020

Wintertraum im Kämmerlein

Das Überstehen länger ausbleibender Kälteperioden, auf die man sich durch den Erwerb doppelt isolierter Outdoorbekleidung pflichtbewusst und zuversichtlich vorbereitet hat, bereitet gerade älteren Menschen, die den Winter mit Schnee in Verbindung bringen, grosse Probleme.

19.12.2019

In subalterner Funktion

Die Wiederaufnahme wenig anforderungsreicher Büroarbeit nahm Holtenbrackenried mehr mit, als er gedacht hätte.

12.12.2019

Der eine oder andere Traum

In den frühen Morgenstunden des Montags steht es besser als zu einem sonstigen Zeitpunkt in der Woche, weil ausser vereinzelt Schlaflosen und Verstrahlten niemand wach ist.

05.12.2019

Horden in Hüttendörfern

Cummerbund hatte bereits im Frühling ein Start-up gegründet, mit dem Ziel, die Weihnachtsmärkte mit disruptiven Adventskränzen zu überschwemmen, die statt mit vier mit fünf Kerzen bestückt waren und so für dasselbe Geld 25 Prozent mehr Festtagszauber boten und – so seine Überlegung – bei den Aber

28.11.2019

Pilgerfahrt in den Pflotsch

Anstatt wie die meisten Leute vor dem Grau und Nass und Kalt zu fliehen, fuhr Rebenschnitz mitten hinein.

21.11.2019

Überschätztes Freizeitverhalten

Das Reisen, dieses im vorletzten Jahrhundert von Kolonialisten erfundene Freizeitverhalten, geriet nicht nur aufgrund der verheerenden Klimabilanz in Verruf. Schuld daran war auch das Wetter.

14.11.2019

Entrückte Stimmungen

Das Hören sogenannter Weltmusik aus Ländern, deren Existenz er weder überprüfen noch anzweifeln konnte, versetzte Stunzenbein oft in entrückte Stimmungen, die ihn am Sinn und Zweck von Seeuferwegen zweifeln liessen.

07.11.2019

Es bergelt

Gegen das auf die plötzliche Umstellung von Spätsommer auf Tiefherbst zurückzuführende Absacken der Stimmung und Gemütslage hilft es mitunter, mit der Eisenbahn nach Sargans zu fahren. In Sargans öffnet sich die Welt auf ganz unaufdringliche Art nach verschiedenen Seiten.

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