100 Wörter

Stephan Pörtner schreibt für die WOZ seit Sommer 2008 Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

16.05.2019

Winzstädtler romantisiert

Sein Lebensziel, das Ersparte sowie das Pensionskassenkapital in einen Tabakladen hinter dem Bahnhof einer Kleinstadt zu investieren und ihn beim Ausscheiden aus dem Arbeitsleben als geruhsamen Nebenerwerb zu betreiben, war noch schlechter gealtert als sein Haarschnitt, eine Art ausgefranster Tol

09.05.2019

Fremdkörper im Speckgürtel

Ausflüge in Ortschaften des sogenannten Speckgürtels, der die Grossstadt umgibt, erweisen sich stets als kurzweilig und lehrreich.

02.05.2019

Abtragen und weglesen

Weil es wirklich keinen Grund gab, die Wohnung zu verlassen und die als Vergnügungen mit geistigem Mehrwert angepriesenen Veranstaltungen zu besuchen, die sich dann doch wieder als altbekannte Ränke entpuppen sollten, liess Tütenhorn sein Sofa von einem dieser neumodischen bärtigen Ultrahandwerke

25.04.2019

Ermüdetes Fussvolk

Das Einbrechen der Popularität einer lange als unaufhaltbar eingeschätzten Partei und die darauf folgenden kleinlichen, gegenseitigen Schuldzuweisungen ihrer dauerlärmenden Führer waren vielleicht nur temporäre, aber nichtsdestotrotz erfreuliche Phänomene, bestätigten sie doch die alte Binsenweis

18.04.2019

Schlaflos wegen Bonusmeilen

Bis vor kurzem noch Zeugnis eines hedonistischen Lifestyles, der Internationalität und des Erfolgs, war ein üppig gefülltes Flugmeilenkonto zum peinlichen Geheimnis geworden.

11.04.2019

Den Frühling aushalten

Wegen des dem Monat seinen Namen gebenden Aprilwetters, das sämtliche Jahreszeiten innert weniger Tage, ja Stunden abspulte und angemessene Kleidung unmöglich machte, holte er sich jedes Jahr eine hartnäckige Erkältung, die durch das abwechselnde Herumstehen und Bewegen in zu warmen oder eben nic

04.04.2019

Verpufft!

Das Abhandenkommen der Zurechnungsfähigkeit weiter Bevölkerungsteile nach Feierabend, in den eigenen vier Wänden, in einen Bildschirm teufelnd, entwickelte sich vom Symbol des Niedergangs zivilisatorischer Errungenschaften zu einem blossen Hintergrundgeräusch, das ekelhaft war, aber kaum noch Gef

28.03.2019

Keine Romantik, bitte!

Der völlige Mangel an Frühjahrsbegeisterung wird einem leicht als verquere Miesepeterei angelastet, obwohl es hierzu zahlreiche, kaum bestreitbare Gründe gibt, von denen der Pollenflug, die penetrante Verbindung der Jahreszeit mit allem Romantischen, das Wiederauftauchen der Velolölis und das Sec

21.03.2019

Kein Herz für Einbeinhüpfer

Auf einem Bein zu hüpfen, war beim besten Willen nicht schwierig, und es als Trendsportart oder Fitnesshype zu kommerzialisieren, wäre selbst der ausgefuchstesten Sportmarketingagentur nördlich der Cevennen schwergefallen.

14.03.2019

Abschied aus der Arbeitswelt

Dass der Abstieg aus der Mittelklasse nicht mit einem Umzug ins Mittelland verbunden war, erfüllte Schnabelbeck mit Dankbarkeit. Die Verbannung in diese Nebel- und Sumpfgebiete hätte ihm buchstäblich den Rest gegeben.

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