Verwahrung

Ein Dossier zur Psychiatrisierung des Strafvollzugs – insbesondere zu behördlichen Massnahmen gegenüber Personen, von denen angenommen wird, dass die Öffentlichkeit vor ihnen geschützt werden muss.

07.09.2017

«Das ist wie bei einem Auto ohne Bremsen»

Im Parlament sind mehrere Vorstösse zur Verschärfung der Verwahrung hängig. Dabei missachte bereits die heutige Praxis rechtsstaatliche Grundsätze und habe sich von der Strafrechtstradition der Aufklärung verabschiedet, sagt der Zürcher Anwalt Stephan Bernard.

20.04.2017

Der Prozess, reinszeniert

Im Dezember wurde der WOZ vom Berner Obergericht der Zugang verwehrt, als sie über eine Verhandlung berichten wollte. Zu Unrecht, wie das Bundesgericht inzwischen entschieden hat. Der Prozess musste nun wiederholt werden. Die kafkaeske Geschichte einer «kleinen Verwahrung».

06.04.2017

Der Kalte-Füsse-Effekt

Der Zürcher Anwalt Valentin Landmann sagt zum Thema Verwahrung: Therapeutische Massnahmen würden immer mehr missbraucht, um «Leute zu versenken». Wollen wir das?

30.03.2017

Ein Kämpfer gegen den Gotteswahn

Andres Zaugg hat vor sechs Jahren in Solothurn die St.-Ursen-Kathedrale in Brand gesetzt. Das Gericht attestierte ihm, dass er niemanden gefährden wollte. Trotzdem wäre er fast für sehr lange Zeit verwahrt worden. Seit fünf Monaten ist Zaugg wieder frei. Wer ist der Mann: ein Psychopath? Ein Prophet? Ein Autist?

16.02.2017

Alltägliche Details, die wehtun

Die IG Fair-wahrt? ist eine Selbsthilfegruppe für Verwahrte. Ein Förderverein unterstützt die IG von ausserhalb des Gefängnisses. Ständig vom Bannstrahl der Boulevardmedien bedroht, versucht der Verein, den Alltag der Verwahrten menschlicher zu machen.

05.01.2017

«Die Angst beeinflusst die Urteile»

RichterInnen und GutachterInnen haben Angst, weil sie wissen: Wenn ein aus dem Gefängnis entlassener Täter rückfällig wird, werden sie abgestraft. Wenn sie hingegen einen Täter für lange Zeit «versorgen», werden sie gelobt. «Eine ungesunde Entwicklung», sagt Oberrichterin und Strafrechtsprofessorin Marianne Heer.

22.12.2016

Weggesperrt, bis die Therapie nichts mehr bringt

Bei der sogenannten kleinen Verwahrung liegt vieles im Argen. Eine Studie der Universität Bern zeigt: Es herrschen Willkür, Platzmangel und ein kontraproduktives Sicherheitsdenken.

15.12.2016

Lange Haft jenseits der Strafe

Ein Mann ist seit elf Jahren in einer sogenannt kleinen Verwahrung, obwohl er nur zu einer Strafe von knapp drei Jahren verurteilt wurde. Zweimal ging sein Anwalt vor Bundesgericht, zweimal bekam er recht. Der Fall wurde am Montag neu verhandelt – die Medien waren ausgesperrt.

10.11.2016

Elend und Verantwortung der forensischen Psychiatrie

Von den Liberalisierungstendenzen in der Psychiatrie Ende der sechziger Jahre bis zur heutigen Angst, MassnahmenpatientInnen eine gute Prognose auszustellen: Zum Fünfzigjahrjubiläum der Zürcher Gesellschaft für Psychiatrie hält der Psychiater Mario Gmür für die WOZ eine Rückschau und berichtet Ungeheuerliches aus dem Alltag der Gerichtspsychiatrie.

14.07.2016

«Ich fühle mich nicht befreit»

Mehr als neun Jahre wurde Adrian Schmid weggesperrt – obwohl er niemanden umgebracht, vergewaltigt oder verletzt hatte. Dann wird er unverhofft und plötzlich entlassen. Wie geht er mit der neu gewonnenen Freiheit um?

Seiten