Nr. 32/2019 vom 08.08.2019

Das Ende

Von Stephan Pörtner

Vera und Ellie sahen, wie der Mann rückwärts über das Geländer stürzte. Vera hatte ihre Zurückhaltung abgelegt und mit voller Kraft zugeschlagen, die Sache war persönlich geworden, als er versuchte, Ellie anzufassen. Der Mann rollte das Wiesenbord hinab auf die Gleise. Der Güterzug, der ihn in acht Teile zerlegte, führte nicht weniger als 38 Wagen. Vera und Ellie gingen davon, ohne sich umzuschauen. Am Morgen, verkatert, las Vera die Meldung vom Toten am Bahngleis: Unfall oder Selbstmord. Sie rief Ellie an und bedankte sich für den schönen Abend. Von da an sahen sie sich regelmässig. Ihre Verbindung war neu gefestigt.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September erscheint im Bilgerverlag sein neuer Köbi-Krimi, «Pöschwies». Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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