Fast Fashion

Le Monde diplomatique –

Das Geschäft mit der Wegwerfmode

Secondhand ist hip. Der Kauf von Kleidung aus zweiter Hand ist in Deutschland und anderen westlichen Industrieländern absolut angesagt. Der Markt boomt, international ist ein Umsatzwachstum im hohen zweistelligen Bereich zu beobachten. Der Boom wird angetrieben durch den Onlinehandel als ideale Plattform für gebrauchte Kleidung, die immer Einzelstück ist, er wird befeuert durch die Lockdowns in der Coronapandemie und nicht zuletzt auch stimuliert durch ein neues Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Ist das nicht eine gute Nachricht – wo das größte Übel der Modeindustrie doch die Überproduktion ist? Werden die Kleider dann nicht länger getragen und wird dann nicht weniger gekauft? Das Gegenteil ist der Fall.

Seitdem auch internationale Unternehmen im Secondhandmarkt unterwegs sind, wird noch mehr Kleidung hergestellt und konsumiert – und die von der globalen Bekleidungsindustrie verursachten sozialen und ökologischen Probleme werden nicht kleiner, sondern größer. Händler wie H&M, Primark oder Zalando nehmen ihren Kund:innen die gebrauchte Kleidung gegen Gutscheine ab – für den nächsten Einkauf. Es sind aber nicht nur diese Giganten des Textilhandels, die im Secondhand-Kleidermarkt mitmischen, auch der Burda-Verlag kooperiert über sein Modemagazin InStyle mit rebelle.com, einem Secondhand-Onlineshop für Luxusmode. Auch hier gibt es Gutscheine oder Rabatt auf den nächsten Einkauf.

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