Gescheiterter Staat

Le Monde diplomatique –

Es ist ein trauriger Rekord in einem Land, in dem seit 1997 Krieg herrscht: Die Zahl der Binnenvertriebenen in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) belief sich Ende 2023 auf 7 Millionen Menschen.1 Die nicht enden wollenden Konflikte haben auch Millionen Todesopfer gefordert. Ihre genaue Zahl ist unbekannt, aber allein durch die Kämpfe zwischen August 1998 und Dezember 2002 im Osten des Landes sind laut dem International Rescue Committee (IRC) mehrere Millionen Menschen getötet worden.2

Seit ihrer Unabhängigkeit von Belgien 1960 hat die DR Kongo nie dauerhaft Frieden und Stabilität erlebt. 1961 wurde der erste Premierminister Patrice Lumumba (mutmaßlich auf Betreiben der CIA) ermordet. Danach installierte Präsident Joseph Mobutu Sese Seko während seiner langen, vom Westen unterstützten autokratischen Herrschaft (1965–1997) eine korrupte, räuberische und unsoziale Rentenökonomie. Aus dieser hat sich das zentralafrikanische Riesenland, das Mobutu 1971 in Zaire umbenannte, bis heute nicht befreit.

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