Ausstellungen: Ist das Medium die Message?
Mit das Beste an der Videokunst ist, dass sie selten überheblich wirkt. Auch dann nicht, wenn sie ältere Formate wie Skulpturen, Filme oder Gemälde auf den Arm nimmt. Alles Monumentale und Überwältigende scheint ihr fremd. Sie bleibt verspielt, ironisch und zugänglich, was auch daran liegen mag, dass ihre Darbietungsform meist ein altmodischer Fernsehwürfel und ihre Technik in der Regel einfach ist. Lässt sich alles gerade schön im Aargauer Kunsthaus und im Kunstmuseum Solothurn überprüfen, die in einer Doppelausstellung zahlreiche Videoarbeiten, vorwiegend einheimischer Provenienz, aus ihren Sammlungen zeigen. Und obwohl auch in Aarau herausragende Arbeiten zu sehen sind – «Fire Piece» etwa, Nam June Paiks Klassiker aus dem Jahr 1992, oder die raumgreifende, mitreissende Installation «Babette» von Muda Mathis, Fränzi Madörin und Sus Zwick –, wirkt die Schau in Solothurn pointierter und mutiger in die Museumsumgebung eingefügt.