Film: Zürcher Antifa-Bude?

Nr. 13 –

Der Dramaturg Kurt Hirschfeld war eine zentrale Figur im Zürcher Schauspielhaus, nicht nur während des Zweiten Weltkriegs. Ein «Unbekannter Bekannter», wie ein neuer Dokumentarfilm es will, ist er aber nicht.

Kurt Hirschfeld mit Tochter Ruth und Drehbuchautor Richard Schweizer 1961
Kurt Hirschfeld (links) mit Tochter Ruth und Drehbuchautor Richard Schweizer 1961 bei der Feier zum Beginn seiner Intendanz am Schauspielhaus Zürich. Foto: Privatarchiv Ruth Hirschfeld

Gegen Ende des Dokumentarfilms über Kurt Hirschfeld erzählt seine Tochter, die Filmcasterin Ruth Hirschfeld, von der Uraufführung von «Andorra» im November 1961 am Schauspielhaus Zürich. Das antifaschistische Theaterstück von Max Frisch ist heute ein Klassiker für die Schule. Damals, sechzehn Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, war es noch unerhört, auf der Bühne den Holocaust auch nur in einer Parabel anzudeuten. Hirschfeld arbeitete mit Frisch am Stück und führte Regie. Die Tochter erinnert sich, wie das Publikum in der Pause vor das Theater am Pfauen trat. Es hatte überraschend geschneit, «und die Leute rauchten und redeten über den Schnee».

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