Bührle-Komplex : Ausstellung ohne Ausgang
Die neue Interimspräsentation der Sammlung Bührle im Kunsthaus Zürich ist ein Rückschritt.
Es gibt zwei – komplett konträre – Reaktionen auf die Bilder des Waffenfabrikanten Emil Georg Bührle. Die einen empfinden sie als eine einzige Zumutung, gemäss ihnen sollten sie nicht mehr öffentlich gezeigt werden. Stehen sie vor der Sammlung im Kunsthaus Zürich, sehen sie nur Zerstörung, Leid und Tod: wegen der Waffensysteme, die Bührle dank guter Geschäfte mit den Nazis zum reichsten Schweizer machten; und genauso wegen der Tatsache, dass viele dieser Gemälde ohne Krieg, NS-Verfolgung und Holocaust gar nicht verkauft worden wären.
Die anderen wollen von all den kriegerischen und massenmörderischen Kontexten am liebsten nichts mehr hören. Sie möchten sich nur noch in die Bilder, in die «Meisterwerke des Impressionismus», vertiefen, ohne ständig mit belasteten Provenienzen und anderen kunstfremden Zusammenhängen behelligt zu werden.