Film : Das geheime Geschlecht
Mit ganzem Körper gespielt: Sandra Hüller ist unglaublich glaubwürdig in Markus Schleinzers Historienfilm «Rose».
Was fällt zuerst auf, die Sprache oder das Bild? Lassen sich diese Dinge überhaupt trennen, lässt sich ein Bild frei von Sprache betrachten? Der Film beginnt mit einer Serie von Einstellungen, die ein brennendes Feld und eine unfriedlich daliegende Menge an Knochengerippen zeigen. Kann man diese Bilder betrachten, ohne dass sich schon bestimmte einsilbige Wörter wie Kugeln ihren Weg in den Kopf bahnen? Es folgt der Filmtitel – «Rose», weiss auf schwarz wie der ganze Film –, dann eine Landschaft, jetzt ohne Rauch und Knochen, und schliesslich, noch kaum erkennbar, eine Gestalt, die da unbeweglich vor einer Baumreihe steht, als ob sie dieser selbst gerade erst entwachsen wäre. Ein Mann, eine Frau? Lässt sich ein Körper frei von Geschlecht betrachten?