Literatur : Der lächerliche Terrorist

Nr. 23 –

Die Eta ist tot – lang lebe die Eta? Der baskische Autor Fernando Aramburu kehrt mit «Fabula» zu seinem Lebensthema zurück.

Darf man sich über Terrorismus lustig machen? Schaut man ins Baskenland, lautet die Antwort: Kaum droht keine akute Gefahr mehr, ist Humor möglich, vielleicht sogar nötig. Jahrzehntelang war der Alltag in der Region im Norden Spaniens geprägt von der Untergrundorganisation Euskadi Ta Askatasuna (Eta, «Baskenland und Freiheit»), die sich während der Franco-Diktatur gegründet hatte. Franco unterstellte das Baskenland seiner zentralistischen Verwaltung, verbot die baskische Sprache und Kultur, liess Oppositionelle exekutieren. Als Reaktion darauf entstand Ende der fünfziger Jahre die Eta, die ein unabhängiges Baskenland forderte – notfalls mit Gewalt.

Selbst wer ihren Zielen und vor allem ihren Methoden nicht zustimmte, schwieg lange Zeit, um nicht selbst ins Visier der Eta zu geraten. Erst als die Untergrundorganisation ab Mitte der Neunziger weniger Anschläge und Morde beging und zusehends auch die Zustimmung in der Bevölkerung schwand, regte sich langsam der öffentliche Widerstand. Dass man den «bleiernen Jahren» davor, als die die Hochphase der Eta bezeichnet wird, mit Humor begegnet, ist nun eine eher neue Entwicklung. Spätestens seit der dauerhaften Waffenruhe im Jahr 2011 – die Selbstauflösung der Gruppierung folgte 2018 – gibt es immer mehr filmische und literarische Auseinandersetzungen mit der Eta, die diesen Zugang wählen.

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