Literatur : Revolutionär im Exil
Der nicaraguanische Autor Sergio Ramírez wurde in die spanische Sprachakademie aufgenommen. Im deutschen Sprachraum gilt er noch als Geheimtipp – zu Unrecht.
Zentralamerika jubelt: Einer der ihren, der nicaraguanische Schriftsteller Sergio Ramírez, ist vor zwei Wochen in die Königliche Akademie der spanischen Sprache aufgenommen worden. Die Region der fünf Kleinstaaten zwischen Mexiko und Kolumbien gilt in der spanischsprachigen Literatur als Peripherie. Jetzt werde er, so schrieb ein Ramírez-Fan auf Facebook, seinem Landsmann einen «cachimbazo» (volle Ladung) von nicaraguanischen Wörtern schicken, damit die bald in das Lexikon der Akademie aufgenommen würden.
Den 83-jährigen Autor erreichte die Nachricht von seiner Aufnahme in die massgebliche Institution zur Pflege der spanischen Sprache in Panama am Kulturfestival «Zentralamerika erzählt», das er vor dreizehn Jahren gegründet hatte. Im Vorfeld hatten ultrarechte Nicaraguaner:innen gegen die Nominierung protestiert. Sie werfen dem engagierten Intellektuellen seine führende Rolle in der sandinistischen Revolutionsregierung vor: Von 1984 bis 1990 amtierte Ramírez als Vizepräsident unter dem heutigen Machthaber Daniel Ortega.