Die Autorin : Enthüllungslust und die Grenzen der Neugier

Nr. 24 –

Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann sind neue Biografien erschienen.

Ingeborg Bachmann bei der Verleihung des Wildganspreises 1972
Ingeborg Bachmann an der Verleihung des Anton-Wildgans-Preises, 1972. Barbara Pflaum, akg-images

«Also, ich meine ja, man sollte die Biographien von Autoren einfach vergessen, und nur ihr Werk sprechen lassen. Aber bei manchen Autoren kann man’s nicht vergessen.» Ingeborg Bachmann sei so ein Fall, hat Elfriede Jelinek festgestellt. Durch Bachmanns Texte ziehen sich autobiografische Spuren, und doch bleiben diese diskret. Jelinek nennt es «Verborgenheit». Solche Verborgenheit aber habe eine eigene Dialektik. Sie provoziere eine Lust an der Enthüllung: Wer ist diese rätselhafte Frau, die so jung und so grausam gestorben ist? Deren Gedichte und Erzähltexte berühren, verstören, beflügeln?

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