PFAS loswerden : Auf der Suche nach dem Heiligen Gral
Lassen sich die Ewigkeitschemikalien verbieten, mit guten Alternativen ersetzen und gar vernichten?
Ewigkeitschemikalien sind überall: im Trinkwasser, auf Äckern und Weiden, in unserm Körper; sie bleiben dort und werden immer mehr. Und sie sind giftig. Wie giftig, will der Bund offenbar nicht zu genau wissen: Das auf zwanzig Jahre angelegte Gesundheitsmonitoring von 100 000 Freiwilligen wurde vom Parlament Ende 2025 aus Spargründen abgeblasen. Dabei hatte eine Pilotstudie ergeben, dass die Aufnahme von PFAS bei drei von vier Erwachsenen die von der EU festgelegte wöchentlich tolerierbare Höchstmenge übersteigt. Das wirkt sich negativ auf das Immun- wie auch das Stoffwechselsystem aus, auf Leber, Nieren und Reproduktionsorgane.
«Die gesetzlichen Höchstwerte in Fisch und Fleisch sind aus gesundheitlicher Sicht zu hoch», sagt auch Martin Scheringer, Umweltchemiker an der ETH. Denn vom Markt genommen wird nur, was in die höchsten fünf oder zehn Prozent aller gemessenen Kontaminationsgehalte fällt. «Ein völlig willkürlicher Wert», so Scheringer, «der toxikologische Grenzwert läge deutlich tiefer.» Auch Gemüse und Obst sind mit PFAS und ihrem kaum minder giftigen Abbauprodukt TFA (Trifluoressigsäure) belastet, insbesondere in Erdbeeren reichern sie sich an. Ein Bauer in Deutschland musste vor einigen Jahren seine gesamte Ernte auf drei Hektaren Fläche vernichten, wie er in einer ARD-Dokumentation zu PFAS berichtet.