Pop : Bellen, Fauchen, Wimmern
YHWH Nailgun ist eine der aufregendsten Indiebands. Nur die Lyrics nerven.
Wann ist etwas kurz genug? Die besten Konzerte zum Beispiel dauern oft nicht länger als 35, 40, allerhöchstens 50 Minuten, nicht nur im Punk oder im Hardcore. Kein ewiger Aufbau, keine Zugabe und zu Ende, solange es noch gut ist.
Und Alben? «Magazine» von YHWH Nailgun wäre sogar für Hardcore-Verhältnisse kurz, dabei ist die New Yorker Band eher im experimentellen Rockbereich zu verorten, wo es unter Umständen auch mal lang dauern kann. Dieses Album aber: zehn Tracks in elf Minuten und neun Sekunden, nochmals zehn Minuten kürzer also als der Vorgänger «45 Pounds» – das Debütalbum vom letzten Jahr kam auf satte zwanzig Minuten. «Magazine» nun ist schon fast eine Frechheit, weil das gar keine fertigen Songs sind, sondern Anfänge, Rümpfe, Splitter, die mal ausfaden, mal einfach abbrechen, schon wird man vom nächsten Track durchgeschüttelt, der, wie etwa beim Titelsong, auch nur 35 Sekunden dauern kann.