Sachbuch : Aufmüpfiger Architekt

Nr. 27 –

Er ist Urheber einiger besonders lebensfroher Bauten: der Architekt Niklaus Fritschi. In seinem Buch «Über Leben und Bauen» erzählt der Achtzigjährige von seiner Kindheit in Rorschach, seinen Reisen, seinem Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf in den wilden siebziger Jahren – und natürlich von den Projekten, auf die er besonders stolz ist. Etwa die Gestaltung der Promenade am Rheinufer in der Düsseldorfer Altstadt. Seine Idee, wellenförmige blaue Steine zu verwenden, hatte genauso zu Protesten bei den Behörden geführt wie das Varieté-Theater «Apollo», das er unter eine Rheinbrücke baute, direkt neben den Landtag Nordrhein-Westfalen – eine Respektlosigkeit, hiess es.

An Widerstände war Fritschi gewöhnt. Schon seine Diplomarbeit an der Kunstakademie stiess auf Kritik. Er hatte die sozialverträgliche Sanierung einer Arbeiter:innensiedlung in Oberhausen geplant, gemeinsam mit dortigen Bewohner:innen. Das Prüfungsgremium befand, eine Diplomarbeit müsse «eigenständig» geleistet werden. Zum Glück setzte sich der renommierte Hans Hollein, damals Professor für Baukunst in Düsseldorf, für ihn ein.

Um diesen Artikel zu lesen, haben Sie drei Möglichkeiten:

Jetzt die WOZ abonnieren Login (für Abonnent:innen) App laden und Einzelausgabe kaufen