Rojava : Zwischen Boykott und Beteiligung

Nr. 27 –

Die jüngsten Wahlen im Norden Syriens könnten die Konflikte innerhalb der kurdischen Parteien, aber auch im Verhältnis zum syrischen Zentralstaat verschärfen.

In den kurdischen Gebieten in Nordsyrien wurden vor fünf Wochen Wahlen zum neuen syrischen Parlament abgehalten. Sie machten deutliche Spannungen innerhalb der kurdischen Bevölkerung in Syrien sichtbar.

Seit dem Sturz des Langzeitdiktators Baschar al-Assad im Dezember 2024 und dem Machtantritt von Ahmed al-Scharaa als Übergangspräsident hat sich die Lage in Syrien grundlegend verändert. Das betrifft auch Nord- und Ostsyrien, auch bekannt als Rojava. Die Bewohner:innen dieses Gebiets hatten ab 2012 weitgehende Autonomie vom syrischen Zentralstaat erlangt. Es entstand ein politisches Modell, das auf Basisdemokratie, Geschlechtergerechtigkeit und ethnischer Vielfalt beruht. Anfang Jahr griffen die syrische Armee und mit ihr verbündete islamistische Milizen Rojava jedoch an und eroberten grosse Gebiete. Seither verhandeln die Parteien Rojavas über die schrittweise Eingliederung der noch verbliebenen Selbstverwaltungsstrukturen in den syrischen Staat.

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