Der Grosse Raub : Saure Tinte, süsse Lieder
Enis Maci über Buchklubs und klandestine Druckereien
Ganz übler Laden, schwitziger Schinken und Aperol in bruchsicheren Gläsern, aber nichts zu machen, hier zeigen sie halt das Spiel. Blasse Sommernacht, und als Messi trifft, lehnt auch Juan sich zurück, beseelt erst, dann zucken die Nasenflügel. Ein saurer Geruch zieht auf. Ist es der Obdachlose, Strassenzeitung gereckt, oder doch der zu Sütterlinschleifen gekringelte Balsamicosirup auf der Mozzarellakreation am Nebentisch? «Nicht der Typ, die Zeitung. Druckerschwärze stinkt», sagt Juan, der das aus dem Roman weiss, den er gerade auf die Bühne bringt. In «La maison aux lapins» erinnert Laura Alcoba ihre Kindheit unter der argentinischen Militärdiktatur, als ihre Eltern hintenrum eine illegale Druckerei betrieben, vornerum aber das titelgebende, essigsaure Kaninchen verkauften, damit der Geruch der Tinte sie nicht verriete.