Neunzig Jahre spanische Revolution : Das grosse Experiment

Nr. 28 –

1936 erfand der Anarchosyndikalismus in Spanien eine neue Welt. Was lässt sich in Zeiten fortschreitender Faschisierung davon lernen?

Plakat mit der Aufschrift «CAMARADA! TRABAJA Y LUCHA POR LA REVOLUCION»: eine Person welche Getreide mit einer Sichel scheidet und eine zweite Person welche mit einem Gewehr zielt
«Genosse! Arbeite und kämpfe für die Revolution!»: Plakat der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft CNT und der Iberischen Anarchistischen Föderation (FAI). Ullstein

Als wir, anarchistisch politisierte Jugendliche, 1986 zum 50. Jahrestag der spanischen Revolution nach Barcelona trampten, wurden wir schwer enttäuscht. Uns galt die Revolution von 1936 als leuchtendes Vorbild für eine freie kollektivistische Gesellschaft. Anders als in den sozialistischen Staaten hatten die Arbeiterinnen und Bauern Spaniens ihre Betriebe in den dreissiger Jahren in Eigenregie übernommen und ganze Industrien selbstverwaltet. Bücher wie Augustin Souchys «Nacht über Spanien», George Orwells «Mein Katalonien» oder «Revolution und Krieg in Spanien» der französischen Historiker Pierre Broué und Émile Témime dokumentierten die Radikalität der Veränderungen.

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