Kunststadt : Reise in die Zukunft von gestern

Nr. 29 –

Gibellina ist Italiens erste «Hauptstadt der zeitgenössischen Kunst». Doch die Planstadt in Sizilien steht auch für die Tragik einer linken Vision von modernem Städtebau.

das Mahnmal «Il cretto di Burri»: eine helle Betonfläche durch die sich Spalten und Risse ziehen
Spalten und Risse ziehen sich durch das von Alberto Burri nach dem Erdbeben von 1968 gestaltete Mahnmal «Il cretto di Burri». Luca Magnano, Mauritius Images

Ausgestorben? Von wegen, in Poggioreale im Westen Siziliens ist an diesem Tag im Juni gerade recht viel Betrieb. Die Gegend um das Valle del Belice war 1968 von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Dörfer wie Poggioreale oder Gibellina wurden zerstört, rund 370 Menschen starben, 70 000 verloren ihr Zuhause. Das alte Poggioreale steht seither leer, ein Geisterdorf wie aus dem Bilderbuch, verfallen und überwuchert.

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