Konfliktgold : Embargo mit Lücken
Es ist ein kleiner, wenn auch überfälliger Schritt: Die EU hat in einem Sanktionspaket, das am Montag präsentiert wurde, ihren Mitgliedstaaten den Handel mit Gold aus dem Sudan verboten. Ziel ist es, dadurch den Druck auf die Konfliktparteien zu erhöhen und so die Gewalt einzudämmen. So sollen künftig der Kauf, die Einfuhr und der Transfer von Gold aus dem Sudan sanktioniert werden. Ebenfalls verboten wird der Verkauf von Chemikalien wie Quecksilber und Zyanid in den Sudan, weil diese bei der Goldgewinnung in grossem Umfang zum Einsatz kommen.
Das Gold ist eine der wichtigsten Finanzierungsquellen im seit 2023 andauernden Krieg. Beide Seiten – die offizielle Regierung wie die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) – finanzieren mit den Erlösen ihre Soldaten, ihre Waffen und ihre militärischen Operationen. Die RSF kontrollieren die besonders goldreichen Regionen in der westlichen Landeshälfte. Auch dank der Einnahmen aus dem Goldhandel konnten sie sich gegenüber der Armee behaupten. Den Paramilitärs waren zuletzt wiederholt krasse Kriegsverbrechen vorgeworfen worden, darunter Massentötungen und ethnische Säuberungen in der Stadt al-Faschir.