Widerstand in Tansania : «Wenn wir nicht kämpfen, wer dann?»

Nr. 29 –

Getötete Demonstrierende, verschwundene Regimekritiker:innen: Tansania wurde in den letzten Jahren zur blutigen Blackbox.

Proteste bei den Wahlen 2025 in Arusha
Die Menschen verlangen Aufklärung: Bei den Wahlen 2025 eskalierte auch in Arusha die Gewalt. Keystone

Als der Fahrer hinter ihm in hohem Tempo aufschloss, dachte David Djumbe zuerst, der andere habe es eilig. Djumbe, Mitglied der wichtigsten tansanischen Oppositionspartei Chadema, war an jenem Abend Ende Mai in der tansanischen Küstenmetropole Daressalam zusammen mit einem Freund auf dem Heimweg und nur noch wenige Meter von zu Hause entfernt. Er liess das Auto vorbei. Doch nach dem Überholen zwang dieses Djumbe zum Halten, eine Gruppe von Männern stieg aus. «Sie waren mit Gewehren bewaffnet», erinnert sich Djumbe. Spätestens da ahnte er, dass er entführt werden sollte. «Viele meiner Freunde sind schon gekidnappt worden und nie wieder aufgetaucht. Ich fragte mich, ob das jetzt mein Ende ist.»

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