Das zweite Pyrozän : «An diese Feuer kann man sich nicht anpassen»

Nr. 32 –

Die französische Philosophin Joëlle Zask warnt schon lange vor einem neuen Zeitalter des Feuers: vor Kriegslogik, Wissensverlust und Katharsis vor dem Fernseher.

verbrannte Landschaft bei Le Porge nahe Bordeaux Ende Juli
«Verwüstung entsteht, wenn eine Zivilisation sich gegen sich selbst richtet.» Bei Le Porge nahe Bordeaux Ende Juli.   Victor Lochon, Getty

WOZ: Joëlle Zask, Frankreich erlebt dieses Jahr besonders bedrohliche Waldbrände. Mit welchem Gefühl verfolgen Sie die Ereignisse?

Joëlle Zask: Es scheint bisweilen so, als sei das Feuer unaufhaltsam, als könnten wir ihm nichts entgegensetzen. Dabei war schon lange voraussehbar, dass unkontrollierbare Brände zunehmen werden. Schon 2017 habe ich mich für mein Buch «Quand la forêt brûle» (Wenn der Wald brennt) damit beschäftigt. Trotzdem wurde nichts unternommen, um die Destabilisierung des Klimas aufzuhalten. Mit anderen Worten: Wir befinden uns heute in einer beispiellosen Risikosituation – und der Mensch trägt dafür die Verantwortung.

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