Hackerangriff in Liechtenstein : Wo steckt Kieber?
Als «Pantheon für rechte Libertäre» hat Wirtschaftshistoriker Quinn Slobodian das Fürstentum Liechtenstein einmal bezeichnet. Der Reichtum und die Staatsgewalt sind in den Händen des Fürsten konzentriert. Und falls die Untertanen aufbegehren und wie aktuell ein Recht auf Abtreibung einfordern, kann der Fürst sein Veto einlegen. Kein Einwand ist von Fürst Hans-Adam II. und Erbprinz Alois hingegen zu hören, wenn es darum geht, Superreiche nach Liechtenstein zu locken: ob real, wie unlängst Palantir-Gründer Alex Karp, der in Schaan eine Villa errichten lässt, oder als wirtschaftlich Berechtigte von den in Liechtenstein domizilierten Firmen, Stiftungen und Trusts.
Allein an dieser Reichenfürsorge zeigt sich, wie fatal der Hackerangriff auf das «Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen» sein muss, das vor Geldwäscherei schützen soll. Beim Angriff «auf hohem technischen Niveau», so die Regierung, wurden 31 000 Datensätze mit den Namen von Personen abgegriffen, die hinter den Rechtskonstrukten stehen. Von den Daten fehlt bisher auch im Darknet jede Spur – und jede Täter:innenschaft ist denkbar: von kriminellen Banden, die auf Erpressung aus sind, bis zu fremden Geheimdiensten, die den fürstlichen Finanzfantasien schaden wollen. Und wo steckt eigentlich Heinrich «Henry» Kieber?