Wetterleuchten : Das bisschen Eugenik
Daniel Hackbarth über diskursfreudige Liberale
Vergangene Woche hat sich das deutsche «Zeit»-Magazin in einer liberalen Paradedisziplin geübt: Man hat mit einem Rechten geplaudert. Dieses Mal fiel die Wahl auf den früheren SPD-Politiker Thilo Sarrazin, was insofern originell ist, als man das unselige Wirken des inzwischen 81-Jährigen schon verdrängt hatte. 2010 hatte dieser mit einem sozialchauvinistischen und rassistischen Schmöker («Deutschland schafft sich ab») enormen Wirbel gemacht, anschliessend legte er weitere ressentimentgeladene Bestseller nach.